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FC Pipinsried:Erfahrung gewinnt

Der Regionalliga-Absteiger zeigt sich beim souveränen 5:1-Erfolg am Freitagabend gegen die SpVgg Hankofen-Hailing weiter verstärkt.

Kürzlich wurde Muriz Salemovic in der Arbeit nach Fabian Müller gefragt. "Hört so einer auf dich?" Der Trainer des FC Pipinsried zeigte Verständnis, immerhin ist Müller ein gestandener Profi, der plötzlich in der fünften Liga kickt. Salemovic wiederum steht im ersten Jahr als Spielertrainer und sagt, er habe "Riesenrespekt" vor der Aufgabe gehabt. Den Arbeitskollegen jedoch konnte er beruhigen: "Das sind die einfachsten." Einer wie Müller fragt am Tag nach dem Spiel von sich aus nach, wie viele Kilometer er auslaufen solle und mit welchem Puls. In Pipinsried haben gleich mehrere Spieler höherklassigere Erfahrung als das Trainerduo Salemovic/Hürzeler, aber zu Kompetenzüberlagerungen führt das zurzeit nicht. Im Gegenteil, auf dem Platz präsentiert man sich mehr und mehr als eingespielte Einheit. Der 5:1 (3:1)-Erfolg am Freitagabend bei der SpVgg Hankofen-Hailing ging auch in dieser Höhe völlig in Ordnung.

Für Müller hatte der Trainer nach dessen Premiere für den FC nichts als lobende Worte übrig. "Brutal ruhig, total sachlich, die merkst ihm die Erfahrung in jeder Aktion an, mit dem Ball, aber auch gegen den Ball", so der 30-Jährige über den 32-Jährigen. Müller lief in einem 4-4-2-System als linker Außenverteidiger auf, im Spielaufbau wechselte er auf die Sechser-Position. Die zusätzliche Routine in der Defensive schadete nicht. Zum einen fehlte Kapitän Stephan Thee, zum anderen wählte Hankofen eine relativ offensive Spielvariante und lief den Gegner oft früh an. Völlig unbeeindruckt erspielten sich die Pipinsrieder nach einer ruhigen Anfangsphase immer mehr Chancen. Über die linke Seite brachte dann Marcel Ebeling, der diesmal in der Startelf stand, die Führung auf den Weg: Pablo Pigl nahm die Hereingabe souverän an und vollendete per Drehschuss zu seinem siebten Saisontreffer (17.). Mit dem ersten Tor unterstrich Pipinsried spielerische Überlegenheit, mit dem zweiten die aktuelle Gefährlichkeit bei Standards, auch wenn der Treffer ein wenig zufällig zustande kam: Maximilian Zischler kam nur an den Ball, weil im Zentrum niemand die Eckballflanke erreichte. Seinen Kopfball konnte Hankofens Keeper Sebastian Maier nur noch ins obere Netz hinter der Latte lenken (27.). Nach einem weiteren Kopfballtor, diesmal durch Christoph Rech (38.), schien die Partie schon gelaufen.

Doch ein paar Schlendrian-Minuten erlaubte sich Pipinsried auch diesmal. Einen Fehler des ansonsten guten Timon Kuko im Spielaufbau nutzte Christian Liefke sofort zum 1:3 (41.), bis zur Pause "sind wir geschwommen", kritisierte Salemovic. Kuka blockte einen Schuss aus kurzer Distanz. Diese Phase, so der Spielertrainer, sei gutes Lehrmaterial: "Du kannst in fünf Minuten alles zerstören." Nach der Pause war aber schnell der Deckel drauf. Steffen Krautschneider traf nach Doppelpass mit Amar Cekic (49.), Letzterer machte 20 Minuten später, beim 5:1, mit der gegnerischen Abwehr, was er wollte.

Kein Wunder, dass Salemovic zurzeit zufrieden ist, Pipinsried ist weiter ungeschlagen und setzt sich als Spitzenteam fest. Einen Zweikampf mit Tabellenführer Wasserburg auszurufen, hält Salemovic allerdings noch für verfrüht. "Da würde ich gerne noch fünf, sechs Spieltage warten", sagt er. In dieser Zeit, Mitte September, stehen praktischerweise gleich mehrere Spitzenspiele an.