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EHC München:Fehler nach den Festtagen

Villingen Schwenningen Michael Wolf EHC Red Bull Muenchen beim Spiel Schwenninger Wild Wings vs E

Optimistisch trotz der Pleite gegen Wolfsburg: EHC-Kapitän Michael Wolf.

(Foto: Eibner/Imago)

EHC München verliert in Wolfsburg und steht vor schwierigem Derby gegen Nürnberg

Anfang der Woche stand Mads Christensen letztmals in der großen Münchner Olympiahalle, in der schon die Katakomben deutlich machen, wie imposant sie im Vergleich zur nur wenige Meter entfernten Olympia-Eishalle ist. Christensen sprach nochmals über das besondere Erlebnis, zweimal vor rund 10 000 Zuschauern gespielt und gewonnen zu haben, und ehe er seine Silvesterpläne verriet ("ein gemütlicher Abend, vielleicht ein bisschen Wein"), meinte er auf die Frage, wie schwierig es sein würde, als nächstes in Wolfsburg, dem Liga-Standort mit den wenigsten Zuschauern, zu spielen: "Das ist normal, wir haben das alle schon 100 Mal mitgemacht."

Mit der Normalität war es am Mittwochabend allerdings schnell vorbei. Vor nur mehr 3070 Zuschauern kassierte der EHC im letzten Spiel des Jahres in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eine 2:3-Niederlage, bereits in der 19. Spielsekunde fiel das 0:1. Die Münchner wechselten schon nach zehn Minuten die Torhüter, da Danny aus den Birken zu diesem Zeitpunkt mehr Pucks aus seinem Tor hatte holen müssen, als er abwehren konnte. 0:3 stand es zu diesem Zeitpunkt aus EHC-Sicht. "Wir waren die ersten zehn Minuten nicht da, wo wir sein sollten", brachte es Uli Maurer auf den Punkt. Allen drei Toren waren individuelle Fehler vorausgegangen. Vor dem 0:1 hatte Dominik Kahun die Scheibe in der neutralen Zone verloren, beim 0:2 luchste Tyler Haskins sie Matt Smaby hinter dem Tor ab, ehe der Ex-Münchner Lubor Dibelka sie im Tor unterbrachte, und das 0:3 von Sebastian Furchner war alles andere als unhaltbar.

Erst dann begann auch der EHC mitzuspielen. Frederic St. Denis (12.) und Maurer (14.) hatten bei ihren Pfosten- und Lattentreffern noch Pech, Jason Jaffray (27.) und Yannic Seidenberg (32.) zielten dann genauer und brachten die Münchner ins Spiel zurück. "Sie haben gut auf unsere Tore reagiert", konstatierte Mark Voakes, der Wolfsburg in Führung gebracht hatte. EHC-Kapitän Michael Wolf fand, dass seine Mannschaft 50 Minuten lang "eigentlich sehr gut" gespielt habe. "Wir haben relativ wenig zugelassen und wesentlich mehr Chancen gehabt als der Gegner", erklärte er. Der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen, weshalb EHC-Trainer Don Jackson konstatierte, dass "unsere Fehler den Unterschied" gemacht hätten.

Wolf wertete die Niederlage nicht als großen Rückschlag. Der EHC spiele "insgesamt sehr gutes Eishockey" sagte er, "wir sind auf dem richtigen Weg". Wolf glaubt, dass es für den EHC in der Tabelle "schon noch ein bisschen weiter nach oben gehen" kann. Am Sonntag trifft der Tabellenfünfte allerdings auf die drei Punkte und einen Platz dahinter liegenden Nürnberg Ice Tigers (16.30 Uhr). Diese verloren zuletzt zwar 1:4 in Ingolstadt und haben nur eine ihrer letzten fünf Partien gewonnen, entschieden aber die zwei ersten Saisonduelle gegen den EHC für sich.

Die Münchner hatten dabei große Probleme mit Nürnbergs Paradereihe um Steven Reinprecht und Patrick Reimer. Reinprecht traf in den zwei Partien dreimal und bereitete zwei weitere Treffer vor, Patrick Reimer war einmal erfolgreich und assistierte bei drei Toren. Die Offensive sei Nürnbergs "Glanzstück", betonte Wolf, es gehe für den EHC deshalb darum, die Franken so gut wie möglich vom eigenen Tor wegzuhalten und selbst dominant aufzutreten, denn: "Sie stehen in der Defensive auch nicht so sattelfest." Ein Blick in die Statistik gibt ihm recht: Keine Mannschaft unter den ersten neun der Tabelle hat so viele Gegentreffer kassiert wie die Ice Tigers (94).

© SZ vom 02.01.2016
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