Basketball Jetzt mit EM-Glanz

Europameisterin Emily Bessoir.

(Foto: Claus Schunk)

Die Jahn-Basketballerinnen können in der zweiten Bundesliga auch weiterhin auf die U-18-Europameisterin Emily Bessoir bauen, weil die 16-Jährige in München erst einmal ihr Abitur machen möchte.

Von Karl-Wilhelm Götte

Diese Frage stellt sich nach dem Weggang von Leonie Fiebich zum Erstligisten TSV Wasserburg zwangsläufig: Wie lange bleibt Emily Bessoir dem Basketball-Zweitligisten Jahn München noch erhalten? Eines der größten deutschen Talente dürfte bei vielen Erstligaklubs auf dem Zettel stehen, erst recht, seit sie im August mit der U-18-Nationalmannschaft Europameisterin geworden ist. Einen solchen Erfolg gab es noch nie, weiß Jahn-Trainer Rüdiger Wichote, und Bessoir habe großen Anteil daran. Beim 67:54-Finalsieg gegen Spanien kam die 16-Jährige auf zehn Punkte und neun Rebounds. Gleich danach war sie als einzige Deutsche bei einem dreitägigen Talentcamp von "Basketball without Borders Europe" eingeladen, geleitet von NBA-Profis. Doch trotz all des Aufsehens, das Bessoir erregt: Wichote fürchtet keinen baldigen Wechsel seines Jungstars.

Die 1,92 Meter große Münchnerin ist jetzt in die elfte Klasse des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums gekommen. "Ich will die Schule hier auf jeden Fall fertig machen", versichert Bessoir, die im November 17 wird. Anfragen von US-Unis schenkt sie daher bislang kaum Beachtung. An diesem Samstag beginnt für sie der Zweitliga-Alltag mit der TS Jahn München und dem Auswärtsspiel in Speyer.

"Sie hat einen weiteren Schritt nach vorne gemacht", hat Wichote in der Vorbereitung festgestellt, auch athletisch, was ihr im Rebound zugute kommt. Bessoir ist kaum berechenbar. Mit ihrer Statur erwartet sie jeder Kontrahent als Centerin unter dem Korb, doch im Angriff agiert sie meist von außen, auch als Distanzschützin. Im Pokalspiel gegen Zweitliga-Aufsteiger Schwabach (75:57) erzielte sie zuletzt 18 Punkte, davon vier Dreier. Auch die beiden Zugänge überzeugten im Pokal: Anna Heise mit 18, Christina Schnorr mit 14 Punkten. "Die zwei sind super", bestätigt Bessoir. Fehlen werden in Speyer Aufbauspielerin Nicole Schmidt und die ebenfalls lädierte Mirela Damaschek. Dafür ist die lange verletzte Lea Pfeifer zurück im Kader. Jahns Teamleaderin Anne Delafosse wird berufsbedingt einige Wochen später zur Mannschaft stoßen.

Weil die Liga statt zwölf nur neun Teams umfasst, wird es nur etwa alle drei Wochen ein Duell geben. Da sei es schwer, den Rhythmus zu behalten. "Unser Ziel sind wieder die Playoffs", sagt der Trainer, also Platz eins bis vier in der Südstaffel. Größter Konkurrent für den Vorjahresfinalisten dürfte der Bundesligaabsteiger USC Heidelberg sein. Im Frühjahr hatte Jahn den Aufstieg im Playoff-Finale nur sehr knapp verpasst. Und Bessoir ist sich sicher: "Bei uns allen ist noch Luft nach oben."