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Basketball:Große Sorgen

Ioannis Vasileiadis mit Ball und William Bessoir Hellenen München gegen Roberto Malpede re u; Basketball Oberhaching Tropics

In dieser Saison verteidigt Shkelzen Bekteshi (li., im Spiel gegen Ioannis Vasileiadis von Hellenen München) für die Oberhachinger Tropics.

(Foto: Lackovic/Imago)

Die Oberhachinger planen mit 120 Zuschauern in den kommenden Zweitliga-Heimspielen - und verlieren Ferdinand Kleber.

Von Ralf Tögel, Oberhaching

Ein bisschen Zeit bleibt ja noch, ehe die Basketballer des TSV Oberhaching am 17. Oktober in heimischer Halle gegen Speyer in die Saison starten. Etwas Planungssicherheit bringt zudem der Beschluss der Staatsregierung, vom 19. September an wieder Zuschauer in den Sporthallen des Freistaats zu erlauben, allerdings handelt es sich zunächst um einen Testballon. Wie fragil diese Verordnung ist, war in jüngerer Vergangenheit in München mit einer Verschärfung der Hygienemaßnahmen zu beobachten.

Das Fußballbundesliga-Heimspiel des FC Bayern sei beispielhaft genannt, als entgegen der Ankündigung dann doch keine Zuschauer zugelassen waren. In die Halle der Tropics passen maximal 600 Zuschauer, weshalb der Klub angesichts der derzeit erlaubten 20 Prozent an Auslastung und unter strenger Einhaltung aller Sicherheitskonzepte und Sicherheitsabstände mit 120 Besuchern plant. Um das Liverlebnis auch einer größeren Zahl an Fans zu ermöglichen, prüfen die Tropics derzeit die Möglichkeit eines Livestreams - wofür mit Anbietern verhandelt werde und es positive Signale von Partnern aus der Wirtschaft zwecks Finanzierung gebe, wie der Sportliche Leiter Mario Matic mitteilt.

Ferdinand Kleber, der Bruder von NBA-Profi Maxi Kleber, muss aus beruflichen Gründen kürzer treten

Aber nicht die Hygienevorgaben bereiten den Verantwortlichen des Zweitligisten derzeit die größten Sorgen, sondern die Kaderplanung. Denn mitten in der intensiven Vorbereitung des Teams um die Spielführer Moritz Wohlers und Janosch Kögler auf die bevorstehende Saison in der ProB gab es einen personellen Rückschlag: Ferdinand Kleber, der Bruder von NBA-Profi Maxi Kleber, muss aus beruflichen Gründen kürzer treten. Eigentlich war dem jüngeren Bruder des Dallas-Mavericks-Forwards vor allem im Angriffsspiel eine wichtige Rolle zugedacht, der 25-jährige Flügelspieler sollte mit seiner athletischen Spielweise und dem sicheren Distanzwurf eine Führungsrolle übernehmen. Nun aber hat sich die berufliche Situation des gebürtigen Würzburgers kurzfristig geändert, Kleber wird weniger Zeit für den Sport haben als notwendig. Was zur Folge hat, dass der 1,95 Meter große Small Forward nur noch sporadisch zur Verfügung stehen wird. "Als Trainings- und Stand-by-Spieler bleibt er im Kader und wird sich in den Dienst des Teams stellen", sagt Matic, der sich bereits nach Ersatz umsieht.

Der Kader ist ohnehin dünn besetzt, wie der Trainer erklärt, immerhin können die Tropics in Shkelzen Bekteshi einen weiteren Zugang verzeichnen. Bereits in den vergangenen Jahren war der 1, 88 Meter große Aufbauspieler ein gern gesehener Trainingsgast am Kyberg. Ausgebildet wurde der 29-Jährige bei den Kirchheim Knights und den MHP Riesen Ludwigsburg, der Point Guard bringt also Zweitligaerfahrung mit nach Oberhaching. In Ludwigsburg spielte Bekteshi in der Nachwuchsbundesliga, in seiner Heimatstadt Kirchheim hatte er einige Kurzeinsätze in der ProA.

Vor ein paar Jahren war der Familienvater aus beruflichen Gründen nach Ottobrunn gezogen, spielte dann zwei Jahre für Rosenheim in der Regionalliga, wo er im Schnitt zweistellig punktete. Bei den Tropics soll er als Back-up auf den kleinen Positionen mit seiner Erfahrung Sicherheit und Entlastung bringen.

Was das Problem des aktuell nur zehn Spieler starken und somit zu kleinen Kaders nicht löst, Matic nutzt derzeit intensiv seine Kontakte, um Ersatz für Kleber zu finden. "Wir halten auch auf dem europäischen Markt Ausschau und hoffen, in Kürze einen variablen und wurfstarken Außenspieler zu uns zu holen."

© SZ vom 24.09.2020

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