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Basketball-Bundesliga:Wegweisende Wiedergutmachung

Der FC Bayern macht gegen Bayreuth da weiter, wo er in der Euroleague aufgehört hat

Das Ausscheiden in der Euroleague, die Niederlage in Trier, die Kritik des Trainers an der Strategie des Klubs: Es war an der Zeit für etwas Stimmungsaufhellung bei den Basketballern des FC Bayern. Das letzte Viertel beim 95:89-Sieg gegen den polnischen Meister Zgorzelec, das die Bayern 32:17 gewannen, sollte der Anfang sein, und die Spieler hielten sich fast punktgenau an die Vorgabe von Coach Svetislav Pesic. Am Sonntag führten sie nach zehn Minuten 31:16, letztlich stand ein deutlicher 102:75-Sieg gegen Bayreuth auf der Anzeigetafel.

"Wir haben unsere Ziele erreicht", sagte Pesic gelöst, einen Sieg und eine "fast perfekte Leistung".

In dieser Phase der Irritation erschien in Bayreuth der ideale Gegner: Der BBC ist eines dieser typischen Mittelfeldteams der BBL, die eine gute Formation aufs Feld schicken können; allerdings sind die Oberfranken dahinter nicht annähernd so gut besetzt wie der deutsche Meister. Zudem ist Bayreuth auswärtsschwach, fünf Niederlagen und der Sieg in Hagen stehen bislang zu Buche. Dieser nicht gerade erschreckenden Reputation wurden die Gäste schnell gerecht, was allerdings zum Großteil am inspirierten Bayern-Auftritt lag. Vor allem die Defense, die Pesic ja zur neuen Achillesferse des Teams erklärt hatte, zeigte sich deutlich verbessert: 46 Rebounds sind Indiz für die vom Coach geforderte aggressive Abwehrarbeit.

Die Offensive, so hatte der Trainer stets erklärt, bereite ihm ohnehin wenig Kopfzerbrechen. Vor allem Dusko Savanovic belegte die These seines Chefs und knüpfte genau da an, wo er am späten Donnerstagabend aufgehört hatte. Der serbische Flügelspieler steuerte zur deutlichen Führung nach den ersten zehn Minuten alleine elf seiner insgesamt 14 Punkte bei. Bo McCalebb scheint sich zudem langsam der Form zu nähern, die ihn in so viele Notizbücher von Spitzenklub-Scouts brachte. Bis zur 57:34-Pausenführung hatte er seine 13 Zähler in seiner Statistik angehäuft. Bryce Taylor (12), der erstmals in dieser Saison in der Startformation stand, erinnerte daran, wie wichtig er für das Team ist. Zwar wollte dem Kapitän noch nicht alles gelingen, aber der Amerikaner deutete seine Klasse schon im zweiten Spiel nach seiner langen Verletzungspause an. Jan Jagla schließlich stand für die Qualität des zweiten Anzugs, er nutzte die für ihn üppige Spielzeit zu 14 Punkten.

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Zwar ist Bayerns Kapitän Bryce Taylor nach seiner Verletzung noch nicht ganz der Alte, an seine Klasse hat er nicht nur wegen 12 Punkten erinnert.

(Foto: imago/Buthmann)

Zweistellig (14) punktete zudem Center John Bryant. Bayreuth jedenfalls hatte nie den Hauch einer Siegchance, die Gäste schafften es gerade mal sechs Minuten lang, den Rückstand im einstelligen Bereich zu halten. Schon zur Pause waren ob der augenscheinlichen Überlegenheit der Bayern die wichtigsten Fragen beantwortet, im dritten Viertel immerhin bäumten sich die Gäste kurz auf. Vor dem letzten Abschnitt war der Spielstand dennoch in einen für die Oberfranken schmerzhaften Bereich gestiegen, die Bayern führten 80:51. Die Wiedergutmachung der FCB-Akteure war indes noch nicht zu Ende, die Bayern blieben hinten gallig und vorne in Spiellaune - bis zum bitteren Ende für Bayreuth.

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein für die weiteren Befindlichkeiten der FCB-Basketballer. In der Liga folgen nach Braunschweig in Artland, Ulm (zu Hause) und Bamberg (auswärts) drei ernsthafte Konkurrenten um die guten Playoff-Plätze. Die Euroleague bietet Gelegenheit, das internationale Bild etwas gerade zu rücken. Und dann stehen die Verhandlungen mit Pesic an, dessen Kontrakt nach der Saison endet. Auch hierfür werden die kommenden Ergebnisse wegweisend sein, vor allem die gegen bessere Gegner.