Baseball:Sonnenschein im Ballpark

Baseball: Mit dem ersten Punkt von Richard Klijn war der Bann gebrochen, die Haar Disciples fegten die Tübinger Hawks zweimal vom Feld.

Mit dem ersten Punkt von Richard Klijn war der Bann gebrochen, die Haar Disciples fegten die Tübinger Hawks zweimal vom Feld.

(Foto: Claus Schunk)

Haar Disciples feiern in der ersten Bundesliga zwei Kantersiege gegen Tübingen - gerade rechtzeitig vor den Euro-League-Spielen in Regensburg

Von Christoph Leischwitz, Haar

In den kommenden Wochen wird es sehr anstrengend für die Haar Disciples, die Spieler werden viele gemeinsame Stunden im Reisebus verbringen. Und da traf es sich ganz gut, dass gerade noch rechtzeitig der Erfolg und eine gute Stimmung zurückgekehrt sind. Der Baseball-Bundesligist hatte einen schlechten Saisonstart hingelegt, mit nur einem Sieg aus den ersten vier Spielen. Am vergangenen Samstag allerdings kamen die Tübingen Hawks in den Ballpark Eglfing, und die Ergebnisse lesen sich wie zwei warme Sonnentage nach wochenlangem Regen: 10:0, 10:0. Beide Spiele wurden aufgrund der hohen Führung vorzeitig beendet.

Viele neue Spieler tummeln sich bei den Disciples im Kader, doch hauptverantwortlich für die beiden deutlichen Erfolge waren alte Bekannte: Pitcher Kevin Trisl gelangen im ersten Spiel am frühen Samstagnachmittag in sieben Durchgängen gleich 15 Strikeouts. Gerade einmal zwei Gegenspieler schafften überhaupt einen Lauf zur ersten Base. In der Offensive tat sich vor allem Josh Petersen hervor, der zum Saisonstart noch verletzt gefehlt hatte. In Spiel eins gelang ihm gleich zu Beginn ein wichtiger Schlag, dank dem Richard Klijn und Simon Lechner die ersten Punkte erlaufen konnten. Insgesamt schlug Petersen an diesem Wochenende vier Hits, die gesamte Tübinger Mannschaft kam in den beiden Partien gerade einmal auf sechs. "Genau so haben wir uns das vorgestellt", sagte Spielertrainer Mitch Stephan zufrieden. Und weil auch andere vermeintliche Spitzenmannschaften schon die eine oder andere überraschende Niederlage hinnehmen mussten, ist rein tabellarisch für Haar noch alles möglich- auch das vorgegebene Ziel, der zweiten Tabellenplatz in der Südstaffel.

Nach dem mäßigen Auftakt hatte Stephan unter der Woche reagiert und gleich "Zeichen für die Mannschaft" gesetzt, wie er es nennt. So hatte man sich zum Beispiel von Co-Trainer José Baez getrennt. "Es hat einfach nicht gepasst", sagt Stephan knapp. Unter anderem habe Baez als Feldtrainer eine unglückliche Figur gemacht. "Ein Trainer im Baseball kann ja sehr viel Einfluss auf das Spiel nehmen", erklärt der Chefcoach. So entscheidet der Assistent zum Beispiel darüber, ob ein Spieler in einer engen Situation den Sprint zur Home Plate wagt oder doch lieber auf der dritten Base parkt, und auf eine spätere Chance hofft, um Punkte zu machen. Genau in diesen Situationen habe Baez oft die falschen Entscheidungen getroffen.

Für den Dominikaner will Stephan ebenso schnell einen Nachfolger präsentieren wie für den US-Pitcher DJ Jauss. Dieser hatte in den ersten Spielen auf dem Werferhügel enttäuscht, jetzt hat Stephan entschieden, dass der 25-Jährige bis auf Weiteres nur in der Euro League zum Einsatz kommt. Die Entscheidung ist deshalb pikant, weil Jauss gleichzeitig in der neu gegründeten GmbH als zweiter Geschäftsführer neben Stephan arbeitet. Das werde auch weiter so sein, sagt Stephan. Womöglich habe Jauss gerade wegen der vielen Jobs den Kopf nicht frei gehabt. Außerdem: "Ich glaube, DJ sieht das gerade als Geschäftsführer auch aus einer wirtschaftlichen Sicht." Mit anderen Worten: Um erfolgreich zu sein, muss auch Jauss ein Interesse haben, dass er erst einmal nicht spielt.

Schon in den kommenden Tagen sollen die Lücken wieder geschlossen werden, womöglich kommt auch das gerade noch rechtzeitig: Am kommenden Wochenende hat man zwei schwere Auswärtsspiele bei den Mainz Athletics zu bestreiten. Am Montag und Dienstag stehen die ersten Euro-League-Partien an, ebenfalls auswärts bei den Regensburg Legionären. Und dann wartet in der Liga der aktuelle deutsche Meister Heidenheim Heideköpfe. Jetzt, sagt Stephan, gehe die Saison doch erst so richtig los.

© SZ vom 18.04.2016
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