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Badminton:Sprung in die Wundertüte

Rückkehrer Neuhausen hat seinen Kader deutlich verstärkt und fühlt sich reif für die erste Liga.

Von Sebastian Hepp

Philipp Blonck kann kaum erwarten, dass es losgeht. "Es ist der beste Kader, den wir jemals hatten", sagt der Teammanager vor dem Saisonstart der ersten Badminton-Bundesliga. Sein TSV Neuhausen-Nymphenburg ist gerade erst zurückgekehrt ins Oberhaus, nach erfolgreichen Playoffs auf der eigenen Anlage, und seitdem hat sich das Team noch verstärken können: Nach dem israelischen Profi Misha Zilberman kann der TSV im bulgarischen Nationalspieler Ivan Rusev nun einen weiteren Weltklassemann aufbieten.

"Wir sind auf jeden Fall erstligatauglich": Der Etat hat sich trotzdem kaum verändert

Rusev steht sowohl in der Doppel- als auch der Einzel-Weltrangliste unter den besten 200. "Er ist einer, der in beiden Disziplinen auf hohem Niveau spielen kann", sagt Blonck. Schon Ende vergangener Saison war dem Neuhauser Publikum die 20-jährige deutsche Nationalspielerin Annabella Jäger als Zugang vorgestellt worden, die Doppel- und Mixedspezialistin kommt vom TSV Freystadt und trainiert inzwischen am Olympiastützpunkt Saarbrücken. Einen Verlust muss der TSV allerdings auch verschmerzen: Der Pole Przemyslaw Szydlowski wird wegen einer noch nicht verheilten Schulterverletzung auf Anraten seines Verbandes für ein Jahr pausieren. Danach wird er den Neuhausern dem Vernehmen wieder zur Verfügung stehen.

Das gilt bereits jetzt für den Doppelspezialisten Manuel Heumann, der zuletzt krankheitsbedingt lange ausgefallen war. "Er wird diese Saison von Anfang an dabei sein", freut sich Blonck. Der restliche Kader ist unverändert. Tobias Wadenka ist im Einzel wieder gesetzt, das Frauenquartett bilden die ukrainische Nationalspielerin Natalya Voytsekh, die Slowenin Kaja Stankovic, die derzeit auf einer Asienreise befindliche Monika Weigert und Annabella Jäger.

Die Saison steht allerdings ganz im Zeichen der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Viele Spielerinnen und Spieler der Erstligavereine müssen sich noch auf größeren oder kleineren Turnieren dafür qualifizieren, weshalb ihr Einsatz bei Ligaspielen oft unkalkulierbar ist. "Es wird eine Art Wundertüte, wer wann in welcher Bundesligabegegnung mitspielt", sagt Blonck. Für seinen Spitzenspieler Zilberman, der durch Turniersiege in Brasilien und Nigeria kürzlich schon wichtige Punkte für Tokio sammeln konnte, gilt dies weniger als für Voytsekh, die noch mehrere kleinere Turniere bestreiten will, um sich noch für Olympia zu qualifizieren. Zugang Rusev habe für die Erstligabegegnungen im September jedenfalls schon seine Zusage gegeben, so der Teammanager. Der Etat ist nach seinen Worten weder größer noch kleiner geworden, er wird sich von dem in der vergangenen Zweitligasaison kaum unterscheiden.

"Wir sind auf jeden Fall erstligatauglich", sagt Blonck, "unser Ziel ist der Klassenerhalt." Dazu sollte sein Team möglichst gleich in den ersten Heimspielen punkten. Die Gäste aus Trittau (Sa. 16 Uhr) und Wittorf (So. 14 Uhr) zählen zu den vermeintlich schwächsten.

© SZ vom 06.09.2019

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