Badminton Gutes Gefühl

Dem Erstligisten TSV Neuhausen-Nymphenburg gelingt beim TSV Freystadt der erste Saisonsieg. Zwar bleiben die Münchner Tabellenletzter, schöpfen aber im Kampf um den Klassenerhalt wieder Hoffnung.

Von Sebastian Hepp

Schon bevor der erste Ball in der Auswärtspartie gegen den TSV 1906 Freystadt geschlagen war, hatte Philipp Blonck "ein sehr gutes Gefühl", wie er am Morgen danach zu Protokoll gab. Das Gefühl sollte ihn nicht trügen, denn am Dienstagabend landete der Münchner Badminton-Erstligist gegen den größten Konkurrenten um einen Nichtabstiegsplatz seinen ersten Saisonsieg. Beim 4:3-Erfolg "konnten alle unsere Akteure überzeugen", freute sich Neuhausens Team-Manager.

Ist das die Trendwende? Aufschluss soll das nächste Heimspiel-Wochenende bringen

Das ist bemerkenswert, denn der TSV hatte mit nur zwei Zählern auf dem Konto als abgeschlagener Tabellenletzter die Hinrunde abgeschlossen, was die Moral zwischenzeitlich in den Keller rutschen ließ. Der nötige Schub für die Rückrunde kommt von Elisabeth Baldauf. Die österreichische Nationalspielerin ist nicht nur von ihrer Sprunggelenkverletzung genesen, in ihr kehrte eine Kämpferin und Motivatorin zurück, die "immer das Gespräch mit ihren Mannschaftskollegen sucht", erklärte Blonck. Dem neu gewonnenen Elan im Team tat da auch keinen Abbruch, dass Baldauf zum Sieg gegen Freystadt keinen Punkt beitragen konnte: Sie verlor zwar das Doppel mit Natalya Voytsekh in fünf Sätzen und unterlag auch im Mixed mit Fabian Holzer im finalen Durchgang. Dass diese klar mit 2:11 und 3:11 verloren gingen, lässt indes darauf schließen, dass sie noch nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte ist.

Was man von Neuhausens Sitzenspieler Tobias Wadenka nicht behaupten kann. Im letzten Spiel des Tages beim Zwischenstand von 3:3 bewies er gegen Lukas Schmidt, die ehemalige deutsche Nummer zwei im Einzel, Nervenstärke und gewann den fünftren Satz 11:5. Schon zum Abschluss der Hinrunde beim deutschen Meister Refrath hatte er das Spitzeneinzel mit 11:8 im fünften Satz gewonnen. "Die Matches, in denen er in der entscheidenden Phase bis vor Kurzem noch Nerven zeigte, gewinnt er jetzt", sagt Blonck. Er traut Wadenka zu, nun gegen die Besten in der Liga bestehen zu können.

Das gilt auch für den Bulgaren Krasimir Yankov, der gegen Freystadt das zweite Einzel in vier Sätzen gewann. Die Ukrainerin Voytsekh besiegte ihre finnische Angstgegnerin Nanna Vainio souverän mit 11:6, 11:4 und 11:6 und bestätigte den starken Gesamteindruck der Münchner.

"Wir haben jetzt zwei mal hintereinander alle Einzel gewonnen", kann es Blonck selbst kaum glauben. Voll des Lobes ist er auch über sein Spitzendoppel Holzer und Przemyslaw Szydlowski, das nach einem 2:7-Rückstand im fünften Satz die Partie dank einer fulminanten Aufholjagd noch zu ihren Gunsten wenden konnte.

Ist beim TSV also so etwas wie eine Trendwende eingekehrt? Augenscheinlich, wenngleich die nächsten Begegnungen dies belegen müssen, vor allem das folgende Heimspielwochenende (20./21. Januar), an dem es in der zweiten Partie gegen Bonn-Beuel mit Marc Zwiebler geht, wird Aufschluss geben. In der Tabelle schlägt sich der Aufwind noch nicht nieder. Der TSV ist mit vier Punkten nach wie vor Letzter, hinter Freystadt und Dortelweil mit jeweils sieben Punkten.