Badminton Aufstieg vor Augen

Etwas müde vom knapp gewonnenen Fünfsatzkrimi im Mixed gegen Bischmisheim: Tobias Wadenka und Natalya Voytsekh.

(Foto: Lackovic/imago)

Badminton-Zweitligist TSV Neuhausen-Nymphenburg ist schon früh der Konkurrenz enteilt. Das Ziel des Absteigers ist klar.

Von Sebastian Hepp

Es war eine Begegnung auf Augenhöhe und die erste richtige Herausforderung für den Zweitligakader des TSVNeuhausen-Nymphenburg in der laufenden Saison - mit dem besseren Ende für das Badmintonteam aus München. Es bezwang den 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim II in einer hochklassigen, dramatischen Partie mit 5:2. Neuhausen baute damit kurz vor dem Ende der Hinrunde seinen Vorsprung als Tabellenführer der zweiten Liga Süd auf sieben Punkte vor dem momentanen Zweiten Schorndorf aus. Von 24 bisher möglichen Punkten holten die Neuhauser 23 und setzten sich von ihrem größten Konkurrenten Bischmisheim (15 Punkte und jetzt nur noch Dritter) weiter ab. Seinem erklärten Ziel, dem sofortige Wiederaufstieg in die erste Liga, ist der vergangene Saison abgestiegene TSV damit ein großes Stück nähergekommen.

Doch Neuhausens Teammanager Philipp Blonck will sich mit der immer wahrscheinlicher werdenden Meisterschaft und der Teilnahme an der Playoff-Runde im April nächsten Jahres noch nicht beschäftigen. Für ihn ist es "zunächst viel wichtiger, dass wir in der Rückrunde ebenso seriös spielen wie in der Hinrunde". Auch die schwächeren Zweitligisten seien zu stark, als dass man gegen sie einen Gang zurückschalten könnte, warnt Blonck. Der Manager zollt seinen Spielerinnen und Spielern "ein großes Lob" dafür, dass sie auch in die haushoch gewonnenen Partien gegen deutlich schwächere Gegner wie Jena, Dillingen oder Geretsried "stets gut vorbereitet und mit voller Konzentration gegangen sind". Und doch drängt sich vielleicht gerade deshalb die Frage auf: Wäre der TSV-Kader in seiner jetzigen Besetzung schon wieder in der Lage, auch in der ersten Liga zu bestehen?

Die Partie am vergangenen Sonntag gegen Bischmisheim, das einige deutsche Spitzenkräfte in seinen Reihen hat, gab darüber einigen Aufschluss. So bekam Neuhausens neue Nummer eins Misha Zilberman, die Nummer 44 der Einzelweltrangliste, in Simon Wang einen Kontrahenten, der ihm alles abforderte. Wang ist Deutschlands derzeit bester Spieler der Altersklasse U22 und lag gegen Zilberman im fünften Satz bereits vorne - bis der Israeli dank seiner Klasse den Durchgang hauchdünn mit 12:10 für sich entscheiden konnte. "Zilberman kam gerade von einem Turnier in Peking und wirkte nach dem Gewinn der ersten beiden Sätze etwas müde", hielt Blonck seinem Vorzeigespieler zugute.

"Ich plane mit allen unseren Spielern auch für die nächste Saison", sagt der Teammanager

Etwas müde vom knapp gewonnenen Fünfsatzkrimi im Mixed (an der Seite von Natalya Voytsekh) wirkte auch Tobias Wadenka, der im zweiten Einzel auf den früheren deutschen Meister und Nationalspieler Marcel Reuter traf. Auch wenn Wadenka diesmal eine relativ klare Niederlage (7:11, 9:11, 9:11) kassierte, hat der Neuhauser seine Erstligatauglichkeit vergangene Saison durch starke Auftritte im Spitzeneinzel bereits bewiesen. Das gilt auch für Neuhausens erstes Herrendoppel Fabian Holzer/Przemyslaw Szydlowski, das eine Zeit lang gebraucht hatte, bis es sich optimal auf dem Court ergänzte und die ersten Erfolge im Oberhaus verbuchen konnte. Am Sonntag bei ihrem knappen Fünfsatzerfolg gegen die Bischmisheimer Spitzenpaarung Marcel Reuter/Simon Wang lieferten sie erneut eine starke Leistung ab.

Dass die Ukrainerin Voytsekh, in der ersten Liga besonders im Einzel eine Punktegarantin für den TSV, ihr Doppel mit Kaja Stankovic gegen Bischmisheim klar verlor, lag auch an der Klasse der Gegnerinnen: Franziska Volkmann und Cisita Jansen gehören laut Blonck zumindest zur erweiterten deutschen Spitze. Siege konnten gegen Bischmisheim dagegen der Bulgare Krasimir Jankov (mit Zilberman im Doppel) und Kaja Stankovic (gegen die erstligaerfahrene Ann-Katrin Hippchen) verbuchen. Der Reifetest für den TSV fiel also positiv aus.

"Ich plane mit allen unseren Spielerinnen und Spielern auch für die nächste Saison", verrät Blonck bereits zum jetzigen Zeitpunkt. Es habe auch keiner von ihnen sein Bleiben beim TSV vom Wiederaufstieg in die erste Liga abhängig gemacht. Eine Verstärkung des Kaders ist deshalb kein Thema für ihn, jedenfalls nicht jetzt. Im derzeit wegen einer Erkrankung nicht einsatzfähigen Manuel Heumann kann Blonck von Januar an auch wieder auf einen weiteren bewährten Stammspieler im Doppel zurückgreifen.