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1865 Dachau:Fataler Fehlpass

Die Talfahrt der Dachauer Fußballer geht auch gegen Schwaben Augsburg weiter. Trainer Lamotte bereitet sich innerlich schon auf den Abstiegskampf vor.

Vendim Sinani wusste sofort, dass ihm gerade ein grober Schnitzer unterlaufen war. Der Mittelfeldspieler des TSV 1865 Dachau schlug instinktiv die Hände vors Gesicht und sah aus der Ferne das Unweigerliche passieren. Sinani hatte den Ball beim Versuch, ihn aus der gegnerischen Hälfte kontrolliert zurückzupassen, an Fabian Lamotte vorbeigespielt, wodurch Michael Geldhauser auf und davon war. Dachaus Torhüter Maximilian Mayer kam weit aus seinem Strafraum, um den Ball noch wegzugrätschen, war aber einen Tick zu spät. So hatte Geldhauser wenig Mühe, ihn ins verwaiste Tor zu befördern.

Die Szene aus Minute 24 war der Anfang eines erneut enttäuschenden Samstag-nachmittags für den TSV, sie läutete die 1:2-Heimniederlage der bis dahin gut spielenden Dachauer gegen Schwaben Augsburg ein. Spielertrainer Lamotte sprach von einem "katastrophalen" Gegentor - so, sagte er hinterher über Sinanis unglücklicher Aktion, "kann er es nicht machen." Das gilt auch für die Gesamtsituation des TSV. Die Pleite gegen Augsburg war die dritte in Serie und die fünfte in den vergangenen sechs Partien, der Vorsprung auf die Abstiegsrelegationsränge ist auf drei Zähler geschmolzen. Auf die Frage, ob es für den TSV jetzt gegen den Abstieg gehe, hatte Lamotte eine kurze, aber deutliche Antwort: "Definitiv."

"Was uns in letzter Zeit das Genick bricht, sind individuelle Aussetzer, die zu Gegentoren führen", erklärte der Ex-Profi. Das Selbstvertrauen "ist im Moment nicht im Himmel", zudem sei nicht einfach, regelmäßig einem Rückstand hinterherzulaufen. Die Frage, die über dem verunsicherten TSV schwebt, lautet also: Wie kommt man aus diesem Loch raus? "Indem wir nicht aufhören, daran zu glauben, dass wir das nur gemeinsam schaffen", betonte Lamotte.

Gegen die Augsburger wurde es nach dem 0:2 von Geldhauser (52.) besser. Ein Treffer von Christian Doll wurde jedoch wegen eines Handspiels von Robin Volland nicht gegeben (59.), Alexander Weiser traf nach einem Lamotte-Freistoß die Latte (66.). Davor und danach verhinderte allerdings Mayer bei mehreren Kontern der Gäste weitere Gegentore. Dolls Elfmetertor (81.) gab den Dachauern noch einmal Hoffnung, diese verpuffte aber in den letzten Minuten. Womöglich tut es ihnen gut, dass sie am kommenden Wochenende beim TSV 1860 München II ran müssen, denn die - zugegebenermaßen seltenen - Erfolgserlebnisse gab es zuletzt auswärts. Er hoffe, betonte Lamotte, "dass uns das was hilft".