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1860: Strobls Transfer geplatzt:"Das ist das eigentliche Drama"

Immerhin, etwas mehr Licht in die Angelegenheit wollte Berthold Nickl bringen, der Spielerberater von Strobl. "Wenn das Wort im Fußball noch irgendetwas gilt, dann war der Spieler ausgeliehen", sagte Nickl. Und sowohl Meidert als auch der Sportliche Leiter Francisco Copado hätten mehrfach ihr Wort gegeben. Das Vertragswerk sei unterschriftsreif vorgelegen, die Frage sei lediglich gewesen, ob Strobl "vor oder nach dem Training" unterschreibt. Nach dem Training im Hachinger Sportpark, wohlgemerkt.

Ein Anruf aus Ibiza habe den Deal letztlich zum Platzen gebracht, berichtet Nickl. "Der Herr Copado war dran und hat mich davon unterrichtet, dass man den Transfer nun doch nicht machen werde." Persönlichen Kontakt habe es nicht gegeben, Copado befinde sich seit geraumer Zeit auf den Balearen.

Auf eine Klage will der Spielerberater verzichten, "Stil und Verlässlichkeit kann man nicht einklagen". Leidtragender der Posse sei der Spieler, Strobl sei "absolut enttäuscht". Seinen Spind bei den Löwen hatte er bereits geräumt und sich von seinen Mitspielern verabschiedet. "Das ist das eigentliche Drama", sagt Nickl, "es geht hier um einen jungen Fußballspieler."

Zum Gebaren des Sportlichen Leiters der Spielvereinigung verkniff sich Nickl eine Anmerkung: "Nicht zitierfähig". Um dann anzufügen: "Es ist schon interessant, dass der Herr Copado die Verhandlungen von Ibiza aus geführt hat." 1860-Manager Stevic ist nicht sonderlich unglücklich über die Entwicklung, bestätigt aber, dass er bereit war, den Spieler zu verleihen. Er hätte sich gefreut, "wenn sich Strobl in der dritten Liga weiterentwickelt hätte".

Mitte Juni hatte die SpVgg schon einmal einen Zugang als perfekt vermeldet, damals war es Stürmer Nazif Hajdarovic vom FC Bayern II. 16 Tage später erfolgte der maximal getarnte Rückzug: Im letzten Satz einer Pressemeldung mit der Überschrift "Lockerer Kantersieg in Burladingen", in der es um alles Mögliche gegangen war, vor allem aber um einen lockeren Kantersieg gegen Burladingen, hatte man mit noch bemerkenswerterer Lockerheit die Information: "Zerschlagen hat sich unterdessen der Transfer von Nazif Hajdarovic" versteckt.

Diesen Mittwoch sind nun erneut zwei Spieler bei Unterhaching im Probetraining: Der isländische Nationalstürmer Gardar Johannsson, zuletzt Hansa Rostock, und Aleksandr Kokko vom finnischen Erstligisten FC Honka. Ob sie erfahren genug für die SpVgg sind, müssen sie beweisen. Trainer Klaus Augenthaler will sie im Testspiel gegen einen kanadische Universitätsauswahl am Wochenende einsetzen: "Wenn sie die Spielberechtigung mitbringen."