Soziale Netzwerke:Ein Post für den Chef

Lesezeit: 1 min

Junge Leute und Mitarbeiter werden zu Markenbotschaftern

Von Antonia Mayer, Luzius Zöller

Natürlich machen Firmen immer noch Werbung mit Prominenten wie George Clooney oder Heidi Klum. Aber soziale Netzwerke haben die Werbebranche in den vergangenen Jahren stark verändert. Kommunikation als Einbahnstraße funktioniert nicht mehr so gut. Unternehmen wollen direkter mit ihren Kunden reden, statt auf unnahbare Stars zu setzen. Die Werbestrategen stellten fest, dass auf Plattformen wie Youtube und Instagram ganz normale junge Leute mit Bildern und Geschichten Hunderttausende Menschen und mehr erreichen. Dieses Potenzial wollen sie nutzen: "Werbung soll heutzutage Geschichten erzählen, dafür braucht es genau solche Persönlichkeiten", erklärt Michael Praetorius, Strategieberater aus München. Konzerne setzen auf sogenannte digitale Markenbotschafter, sei es als Produkttester, Eventberichterstatter oder Workshop-Leiter.

Werbung mit Influencern ist laut Sven Bottesch von der Unternehmensberatung Goldmedia ein Trend. Er schätzt, dass bis 2020 etwa eine Milliarde Euro für Influencer-Marketing ausgegeben werden. Damit würden die Ausgaben in Deutschland auf knapp ein Sechstel der bisher wichtigsten Werbemärkte steigen, der TV-Werbeumsätze. Besonders in den Bereichen Mode, Essen und Beauty haben Influencer Konjunktur. Branchentreffen wie die "All Influencer Marketing Conference", die Ende März in München stattfand, ziehen mehrere Hundert Werber an.

Markenbotschafter müssen dabei nicht immer eingekauft sein. Firmen wie Microsoft oder Otto setzen darauf, dass die Mitarbeiter Werbung für ihren Arbeitgeber in den sozialen Netzwerken machen. Es geht um Glaubwürdigkeit - auch wenn die bisweilen inszeniert wirkt. Das Modell funktioniert dabei nicht nur für Großkonzerne, sondern auch für kleinere Unternehmen. Cafébetreiber oder Yogalehrer können das Smartphone in die Hand nehmen und ihr Angebot vermarkten - ganz ohne Clooney und Klum.

Die Influencer-Texte entstanden in Kooperation mit der katholischen Journalistenschule ifp. Alle Autoren sind Stipendiaten des Jahrgangs 2018.

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