Sommerfest Martinsried feiert seine neue Ortsmitte

Das neue Zentrum mit dem Brunnen "Dreischneuß" (ein keltischer Name), Grünanlagen, neuen Läden, über 300 Wohnungen und vielem anderen mehr wird eröffnet

Von Rainer Rutz, Martinsried

Mit einem rauschenden Sommerfest haben Tausende Martinsrieder am Samstag ein Ereignis gefeiert, auf das sie viele Jahre gewartet hatten: die Eröffnung ihres neuen Ortsmittelpunkts mit dem Brunnen "Dreischneuß" (ein keltischer Name), Grünanlagen, neuen Läden, über 300 Wohnungen und vielem anderen mehr. Der neue Martinsplatz, der seinen Namen einer Abstimmung der Bürger zu verdanken hat, wird künftig das lebendige Zentrum eines Martinsrieds sein, das seinen Weg zwischen Dorf und quirliger Vorstadt mit einem hohen Anspruch auf Eigenständigkeit nahe einem Wissenschaftscampus von Weltgeltung gefunden hat.

Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) nahm den Brunnen des Künstlers Thomas Kroiher in Betrieb. Mit dem Wasserspiel wurde der wichtigste und zentrale Teil des Architekten-Masterplans, der aus mehreren Wettbewerben hervorgegangen war, verwirklicht. Das neue Zentrum, so Hofmann, stelle "aber nicht das Ende der Entwicklung dar". Im östlichen Bereich wird die Ortsmitte ihren Abschluss mit der U-Bahn finden, die allerdings, wie Hofmann sagte, erst in sechs Jahren fahren wird. Die Röntgenstraße wird, wenn alles klappt, von einer kleinen Ortsumgehung in ein bis zwei Jahren stark entlastet werden und damit das Verkehrsaufkommen um den Martinsplatz erheblich reduziert.

Architekt Christian Weigl nannte die Gestaltung der Ortsmitte, immer wieder von Beifall unterbrochen, "einen echten Glücksfall". Der geplante Marktplatz, für den gerade Fieranten gesucht werden, sei immerhin "fast so groß wie der Marienplatz in München". Nicolai Levin, der Landschaftsarchitekt aus Berlin, forderte die Martinsrieder auf, den neuen Platz und die Ortsmitte mit Leben zu füllen: "Das soll hier Alltag werden. Der Platz dient als Gelenk zwischen dem vertrauten Martinsried und dem, was sich unweigerlich ändern wird." Bis spät in die Nacht feierten die Bürger und eroberten ihre neue Ortsmitte im Sturm.