So-not-Berlin-Partys Label mit Wiedererkennungswert

Mittlerweile gibt es "so not Berlin" zwei Jahre und es hat sich mit der Zeit auch die Bedeutung des Namens verändert. Weg davon, "den Berlin-Hype aufs Korn zu nehmen", und dahin, genau die Musik zu machen, die anders ist als die aus Berlin. Etwas Eigenes, entgegengesetzt zu dem vielen Minimal. Was sie machen, ist progressiver Elektro, härter als Minimal. Musik, die vorher in München nicht unbedingt vorherrschte. Aber auch nicht unbedingt in Berlin.

Die Partys der Jungs haben sich etabliert, genauso wie es die Musik gerade tut. Menschen aus verschiedensten Städten kommen jetzt nach München, nur für diese Partys - wie zuletzt am Sonntag. Und die DJs werden überallhin gebucht, am Donnerstag etwa nach Wien in die Pratersauna, für das Fest des Indie-Magazins.

Früher haben sich die Jungs oft einen Spaß erlaubt und die Leute vor dem Club gefragt, wer denn eigentlich heute auflegt, und so gut wie niemand hat es gewusst. Heute ist es anders. Auf ihrer Internetseite sieht man Videos von Veranstaltungen, und es sind fast zu viele Menschen in einem Raum, die exzessiv tanzen. Ihr Club ist das "Crux", auch wenn sie sich nicht an einen Ort binden wollen - aber es gibt nicht viele Räume in München, die ihren Anforderungen genügen. Sie wollen perfekt sein - nicht nur bei ihren Partys, sondern auch bei der Gestaltung. "So not Berlin" ist längst ein richtiges Label mit Logo und Wiedererkennungswert geworden - kein Wunder, zwei von ihnen studieren Design.

Ihr Stil? Wohl einfach ein bisschen Szene, ob das nun besonders München ist, sei dahingestellt. Den Jungs geht es gut damit, sie lieben München und meinen, diese Stadt hat viel mehr Potential, als ihr so mancher zutraut. Fabian Kournettas findet München lebenswert, "weil es in keinster Form stressig ist. Du hast hier alles einer Großstadt. München hat diesen besonderen Charme, den andere Städte nicht haben. Deshalb finde ich, dass man München mit keiner anderen Stadt vergleichen kann, es ist einfach sehr speziell. Und es gibt diese positive Vetternwirtschaft."

Jeder kennt jeden eben. Ein Grund, erst gar nicht wegzugehen. Einer der vielen Gründe, hierzubleiben.

Mehr Artikel von jungen Autoren gibt es auf der Jugendseite der SZ.

Fotos von der Early Bird Party

Der Countdown läuft