Sendling/Westpark:Seegrundstück zu vergeben

Lesezeit: 2 min

Mollsee-Ufer im Westpark in München, 2013

Aber bitte mit Sahne: Die Stadt sucht seit langem einen Café-Investor.

(Foto: Catherina Hess)

Auch nach mehreren Versuchen gelingt es nicht, ein Café im Westpark zu etablieren

Von Berthold Neff, Sendling/Westpark

Wollte man auf der Seebühne bei "Kino, Mond & Sterne" einen Film zeigen, der das Drama rund um das mittlerweile abgerissene Seecafé am besten schildert, müsste es wohl "Die unendliche Geschichte" sein. Der Glaspavillon am Mollsee war eine der Attraktionen der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA), die 1983 im Westpark eröffnet wurde. Obwohl nur als Provisorium gedacht und deshalb auch nicht winterfest, hielt das Seecafé 30 Jahre lang Wind und Wetter stand und erfreute sich vor allem bei den Senioren großer Beliebtheit. Geöffnet hatte es nur im Sommer, da die oberirdisch verlaufenden Leitungen im Winter zugefroren wären.

Seit dem Sommer 2013 müssen die Parkbesucher aus Sendling-Westpark, Laim oder Hadern auf ihren Kaffee und Kuchen mit Blick auf See, Schwäne und Schildkröten verzichten - und ein Ende der Durststrecke ist nicht in Sicht. Zwei Mal schon hat das Kommunalreferat per Ausschreibung nach einem neuen Pächter gesucht, doch nun haben sich die Verhandlungen erneut zerschlagen. Zuletzt hatte die Stadt nur noch mit einem einzigen Bewerber verhandelt, der nun auch abgesprungen ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Stadt nun einen dritten Anlauf wagt, um jemanden zu finden, der das Café nicht nur aufbaut, sondern auch betreibt.

Im Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark aber schrillen bereits die Alarmglocken - man will die Stadt nicht aus der Pflicht lassen. "Bis zur Sommersaison einen geeigneten Bewerber zu finden, scheint nahezu aussichtslos zu sein", resümiert zwar Stefanie Krammer aus der SPD-Fraktion. Aber um zu verhindern, dass die Fläche einen weiteren Sommer brach liegt, regt die SPD eine Übergangslösung an. Es müsste doch möglich sein, "ein preiswertes Segment einfacher Gastronomie" anzubieten und die dafür nötige Versorgung mit Toiletten zu sichern, so die Begründung. In der nächsten BA-Sitzung will die SPD einen solchen Antrag stellen und dürfte dafür eine breite Mehrheit finden.

Das Seecafé war zur IGA von der Firma Gastronomie Haberl errichtet worden, ein Pächter betrieb es 16 Jahre lang. Als sich die Probleme des Provisoriums nach 30 Jahren verschärften, wurde über einen neuen, winterfesten Bau nachgedacht, doch man konnte sich in den Verhandlungen nicht einigen. Letzten Endes ist es auch eine Frage der Rendite, ob es sich ein Investor zutraut, ein solches Projekt anzugehen. Wie sehr die Menschen im Viertel ihr Café vermissen, wurde schon bald nach dem Abriss deutlich. Bei der Bürgerversammlung für Sendling-Westpark wurde noch im gleichen Jahr mit großer Mehrheit gefordert, einen Ersatz für den beliebten Treffpunkt zu schaffen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB