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Sendling:Schutz vor der röhrenden Röhre

Einhausungen an beiden Enden des Brudermühltunnels gefordert

Von Birgit Lotze, Sendling

Eine Verlängerung des Brudermühltunnels mit Glaskonstruktionen in beide Richtungen hatte die Stadt im vergangenen Jahr abgelehnt. Doch die Anwohner fühlen sich nach wie vor von dem Lärm und den Abgasen des Mittleren Rings geplagt, sie wünschen sich Abhilfe. Der Sendlinger Bezirksausschuss (BA) hat daher nochmals einen Antrag dazu gestellt. Diesmal fordert er kein gläsernes Dach, sondern eine kostengünstige Einhausung, die begrünt werden soll.

Die Lärmabschirmungen an den Ein- und Ausfahrten des Tunnels sollen mindestens 150 Meter lang sein. Der Neubau der Großmarkthalle an der Ecke Schäftlarn- und Brudermühlstraße erfordere mehr Schutz der Anwohner, sagte BA-Vorsitzender Markus Lutz (SPD). Schon jetzt weise das Lärmbelastungskataster des Umweltatlasses Bayern starke Überschreitungen der Grenzwerte an den beiden Enden des Brudermühltunnels aus - sowohl in Richtung Brudermühlbrücke als auch zur Heckenstallerstraße hin, heißt es im Antrag. Mit der Eröffnung des Luise-Kiesselbach-Tunnels habe der Verkehr zugenommen. Lutz wies darauf hin, dass auch Nutzer des dort bald ansässigen Gasteigs HP 8 mit der Isarphilharmonie davon profitieren würden, ebenso Besucher der Neuhofener Anlagen.

Im März 2020 hatte der BA noch eine Glasabdeckung ähnlich dem Glas-Stahl-Dach am Petueltunnel gefordert. Diese 260 Meter lange stützenfreie Konstruktion über der Abzweigung zur A 9 galt bei der Tunneleröffnung 2002 als ganz neu, die Glasindustrie verglich die Lärmabschirmung mit einem riesigen Wintergarten und hoffte - bislang wohl vergeblich - auf den Einstieg ins gläserne Straßenbau-Zeitalter.

© SZ vom 08.05.2021
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