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Sendling:Pause mit Aussicht

Weil für den geplanten Schulneubau an der Reutberger Straße Flächen fehlen, sollen die Schüler auf dem Dach spielen

In Sendling ist es eng geworden. So platzt auch die mehr als hundert Jahre alte Schule am Gotzinger Platz aus allen Nähten. Für den Entlastungsbau an der Reutberger Straße hat die Stadt eigens den Mietvertrag mit der Montessori-Schule nicht verlängert und deren Bau abgerissen. In der Baulücke entwickeln das Referat für Bildung und Sport und das Planungsreferat derzeit einen zwei bis vier Etagen hohen Schulbau.

Dieser ist offensichtlich knapp geplant: Die Schüler sollen in den Pausen auf dem Schuldach spielen. Auch soll auf eine Sporthalle verzichtet werden, die Schüler könnten auf benachbarte Sporthallen ausweichen, sagte Siegfried Trautmannsberger, Abteilungsleiter für den Neubau im Referat für Bildung und Sport. Das könne eng werden, auch für Sportvereine, kommentierte der Chef des Bezirksausschusses (BA), Markus Lutz (SPD), die Pläne. Er verweist auf steigende Anwohnerzahlen.

Nicht nur Grund- und Mittelschüler sollen den Neubau an der Reutberger Straße besuchen, sondern auch die Schüler der Maria-Probst-Realschule, die derzeit ebenfalls in der Gotzinger Schule untergebracht sind. Im Neubau sollen bis Ende 2022 Räume für zwei Realschulzüge - zwölf Klassen mit insgesamt 300 bis 400 Schülern - errichtet werden. Im neuen Gebäude ist auch eine Mensa mit 408 Plätzen für sämtliche Schüler der Gotzinger Schule geplant. Zum Projekt gehört außerdem ein "Haus für Kinder" mit drei Krippen-, drei Kindergartengruppen und einer Hortgruppe. Weil dort viele Kinder unterwegs sein werden, forderte Manuela Ohlhausen (CSU) im BA, die Reutberger Straße als Radfahrer- oder Spielstraße auszuweisen.

Offenbar reicht der Platz in der Gotzinger Schule trotz des Erweiterungsbaus nicht. Für den Ganztagesbetrieb müsse noch Platz geschaffen werden, sagte Trautmannsberger auf Nachfrage von Anja Berger (Grüne), die deshalb weitere Verzögerungen befürchtet. Kritik kommt aus Sendling auch an den Dachplänen. "Dieser Pausenhof ist wohl eher zum Sitzen als zum Spielen", ob sich die Verwaltung mit der Sicherheit auf Schuldächern beschäftigt habe, fragte Philip Fickel (SPD) nach. Er forderte zudem eine frühe Anwohnerbeteiligung. Trautmannsberger sagt, wegen Platzmangels kalkuliere sein Referat inzwischen öfter die Dachflächen ein, auch für Sportplätze. Er will im Oktober den Bauantrag stellen, Baubeginn könnte im August 2020 sein.