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Sendling:Kletterhalle entzweit Grüne

Stadtratsfraktion begrüßt Ausbau des Boulder-Areals

Das Vorhaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) zur Modernisierung des Kletterzentrums Süd wird von der Stadtratsfraktion Die Grünen - Rosa Liste unterstützt. Fraktionschefin Katrin Habenschaden begrüßt die Pläne für ein zweistöckiges Boulder-Areal anstelle der alten Beton-Freianlage "als wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Freizeitmöglichkeiten in einer rasch wachsenden Stadt". Dominik Krause, stellvertretender Fraktionschef und selbst aktiver Kletterer, erwartet, dass die von vielen Anwohnern befürchtete Verknappung von Parkplätzen wegen der in naher Zukunft einzuführenden Parkraumbewirtschaftung ohnehin nicht eintreten werde. Die Nähe des Kletterzentrums zur 350 Meter entfernten U-Bahn mache außerdem die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel attraktiv.

Da der Neubau nicht höher sein soll als die bestehenden Kletterwände, sehen die Grünen auch die Funktion der Frischluftschneise nicht tangiert. Der Baumbestand werde fast vollständig erhalten, außerdem zusätzliche Bäume gepflanzt. "Das Dach des Neubaus wird begrünt und als Bienenweide angelegt - auch das ist sicher kein Verlust an Nachhaltigkeit."

Die Grünen im Stadtrat stellen sich damit konträr zu der Haltung der Grünen im Bezirksausschuss Sendling. Diese haben stets einstimmig gegen das Projekt entschieden. Die neue DAV-Halle wird in Sendling fraktionsübergreifend kritisch gesehen. Dort ist man sehr wohl der Meinung, dass eine zweistöckige Halle dort die Frischluftschneise stärker beeinträchtigt als die bestehende Freiluftkletteranlage. Anwohner klagen seit Jahren vehement über den Parksuchverkehr. Der DAV hat schon zwei Hallen in die Frischluftschneise gebaut. Die Sendlinger Grünen konnten am Dienstag keine Stellungnahme zum Vorstoß der Stadtrats-Grünen abgeben.

Auch die Lokalbaukommission hat das Projekt als problematisch abgelehnt. Der Verein Kletter- und Boulderzentrum München, der von den Mitgliedern der DAV-Sektionen München und Oberland getragen wird, immerhin 180 000, hat inzwischen Tausende Unterschriften gesammelt, mit denen er die Stadt veranlassen will, doch noch auf das Vorhaben Kletterhalle einzuschwenken.