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Sendling:Erinnerung an Klinikgründer

Nach dem Mediziner Kurt Lichtwitz wird eine Straße benannt

Ein Teil der Straße Am Isarkanal soll unbenannt werden. Der Kommunalausschuss des Stadtrats hat einen gemeinsamen Antrag der Bezirksausschüsse Sendling und Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln befürwortet, die mit einem Teilstück zwischen Schäftlarnstraße und Isarkanal den Arzt und Klinikgründer Kurt Lichtwitz geehrt sehen wollen.

Die Umbenennung hat zwei Vorteile: Die Überprüfung habe ergeben, dass der Verlauf der Straße Am Isarkanal in diesem Bereich nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspreche. Durch die Teilumbenennung und die Anpassung der Straßenverläufe könne die Orientierung maßgeblich verbessert werden, hieß es jetzt seitens des Kommunalreferats. Die beiden Bezirksausschüsse sehen dies als Chance, Kurt Lichtwitz angemessen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, denn dieser stand nicht auf der städtischen Prioritätenliste. Die Straße liegt in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Wirkungsstätte von Kurt Lichtwitz. Er hat auf dem Areal des heutigen chirurgischen Klinikums München-Süd im Jahr 1920 die ehemalige "Wasserheilanstalt Bad Thalkirchen" erworben und sie zu einer modernen Klinik für innere, neurologische und gynäkologische Krankheiten umgebaut. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde die Klinik als jüdischer Betrieb boykottiert. Kurt Lichtwitz kam unter ungeklärten Umständen ums Leben.

Mit Ausnahme des nun umzubenennendes Teilstücks verläuft die Straße Am Isarkanal parallel zum Isarkanal. Die künftige Kurt-Lichtwitz-Straße geht als Querverbindung zur Schäftlarnstraße im rechten Winkel davon ab, südöstlich des Wasserkraftwerks. Der Ältestenrat hat der Umbenennung bereits zugestimmt.

© SZ vom 25.01.2021 / lo
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