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Schwanthalerhöhe:Wirtswechsel im Kirchensaal

Münchner Tafel übernimmt am 28. Mai Essensausgabe im Westend

Es wird weiter aufgetischt: Nachdem die Lebensmittelvergabestelle von Caritas und Münchner Tafel an der Schrenkstraße coronabedingt Ende März schließen musste, springt seit knapp sechs Wochen die private Initiative "Das Westend tafelt" in die Bresche. 10 000 warme Mahlzeiten hat das bunt zusammengewürfelte Team aus Ehrenamtlichen seither verteilt. An Christi Himmelfahrt, 21. Mai, endet dieser Einsatz im Saal der evangelischen Auferstehungskirche an der Geroltstraße. Aber es geht weiter, teilen die Aktiven mit: "Die Münchner Tafel eröffnet exakt eine Woche später ihre neue Ausgabestelle an der gleichen Stelle." Noch laufen Gespräche, sagt Jasmin Hasiba von der Soziale Beratung Westend der Caritas, inwiefern ihr Haus eingebunden sei.

Die Caritas hatte die kostenlose Lebensmittelversorgung vor ihrer Tür neben der St. Benedikt-Pforte an der Schrenkstraße innerhalb eines Gemeinschaftsprojekts mit der Münchner Tafel organisiert, bis im engen Innenhof infolge der Corona-Verordnungen gar nichts mehr ging. Beide Organisationen suchten daraufhin durchs Dickicht der Ausnahmeregelungen für viele Menschen neue Verteilungswege von der zentralen Essensausgabe der Tafel am Großmarkt über Foodtrucks, Einkaufsgutscheine bis zum Bring-Service. Die Lücke, die sich in der Schwanthalerhöhe auftat, schloss "Das Westend tafelt", getragen von Kösķ, dem Stadtjugendring München-Stadt, Wohnprojekt Ligsalz 8, Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe, der gerade noch einmal 6000 Euro zuschoss, Solicity und einer langen Liste an Unterstützern.

Wegen des großen Andrangs - inzwischen werden täglich 300 warme Mahlzeiten verteilt - zog man vom engen Garten des Kösķ in die weitläufigeren Räume der Auferstehungskirche um. Die Offerte zum Wechsel war von Pfarrer Bernd Berger und seiner Gemeinde gekommen, die auch die Nachfolgelösung mittragen. "Wir können mit gutem Gewissen aufhören", sagt Matthias Weinzierl von "Westend tafelt", "weil wir wissen, dass es gut weitergeht."

© SZ vom 19.05.2020 / Ands

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