Schoppenstube macht nach 40 Jahren zu:Zapfenstreich für Gerti

Lange hat Wirtin Gerti Guhl nach einem neuen Ort für ihre legendäre Mitsing-Kneipe gesucht, doch auch mit prominenter Unterstützung nichts gefunden. Nun hat die Boazn nach 40 Jahren endgültig dichtgemacht - mit einer letzten rauschenden Party.

Von Anna Günther

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Quelle: Stephan Rumpf

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Lange hat Wirtin Gerti Guhl nach einem neuen Ort für ihre legendäre Mitsing-Kneipe gesucht, doch auch mit prominenter Unterstützung nichts gefunden. Nun hat die Boazn nach 40 Jahren endgültig dicht gemacht - mit einer letzten rauschenden Party.

Es war alles wie immer. Gertis Sprüche, die Lieder, die Leute. Fröhliche Stimmung in der Fraunhofer Schoppenstube bis in die Morgenstunden. Alles wie immer? Nicht ganz. Am allerletzten Abend legte sich Melancholie über die Feiernden, denn am Sonntag war endgültig Schluss.

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Weil der Vermieter den Vertrag nicht verlängern wollte, musste Gerti Guhl, die Wirtin der Schoppenstube, ihr Lokal nach über 40 Jahren schließen. Generationen von Münchnern strandeten bei ihr, wenn in der Stadt sonst alles schon geschlossen war und die Nacht sich noch so jung anfühlte.

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In der Fraunhoferstraße 41 trafen sich Feiernde quer durch alle Altersklassen. Für den Münchner Schauspieler Udo Wachtveitl symbolisiert die Schoppenstube die urbane nächtliche Version des Biergartens, wo alle zusammenkommen, die sonst Geldbeutel, Musikgeschmack oder soziale Schicht trennt. Er werde natürlich weiter abends ausgehen, aber "so einen Ort wie Gertis Schoppenstube wird es nicht mehr geben. Ich bedaure das sehr", sagt Wachtveitl. Lange konnte er am Samstagabend nicht bleiben, aber sich den letzten Abend entgehen zu lassen, war keine Option.

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Ein Trauerspiel zum Schluss? Nicht in der Schoppenstube. Gut 300 Gäste feierten die Wirtin Gerti und genossen die letzten Stunden. Für die Raucher und Sommerabend-Genießer wurde draußen Bier ausgeschenkt.

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Mit Küsschen von ihren Angestellten und warmen Worten der Stammgäste wurde die Wirtin verabschiedet. Sogar die Polizei schien milde gestimmt, die Beamten machten sich nicht einmal die Mühe auszusteigen und um Ruhe zu bitten.

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Das Bangen um die Vertragsverlängerung zerrte an den Nerven der 66-Jährigen. Auch via Facebook kämpften die Gäste mit prominenter Unterstützung um den Erhalt der Fraunhofer Schoppenstube. Ohne Erfolg. Mehr als 30 Immobilien hatte sich Gerti Guhl in den vergangenen Monaten angesehen, doch es war nichts Passendes dabei.

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Wer sein persönliches Andenken ergattern möchte, kann an diesem Dienstag, 25. Juni, von 20 Uhr an mitbieten. Das Inventar wird für einen guten Zweck versteigert.

© SZ vom 24.06.2013/wolf
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