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Schlappe für die MVG:Aus für neue Trambahn-Züge

Siemens und MVG haben gerade erst das neue Modell "Avenio" vorgestellt - da kommt das Aus von oben.

  • Wenn es um die Zulassung von Schienenfahrzeugen geht, hakt es immer wieder zwischen der MVG und der Bezirksregierung.
  • Jetzt hat die technische Aufsicht den Betrieb der "Avenio"-Trambahnen gestoppt.
  • Die MVG trifft diese Entscheidung "völlig unerwartet".

Entscheidung kommt für MVG völlig unerwartet

Die neuen Trambahnen vom Typ "Avenio" sind erst seit gut zehn Monaten im Einsatz - doch nun stehen die acht Züge erneut ungenutzt im Depot der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Die technische Aufsicht bei der Regierung von Oberbayern hat die vorläufige Betriebsgenehmigung vom September 2014, die Ende Juli auslief, nicht verlängert.

Entsprechende SZ-Informationen bestätigte ein MVG-Sprecher am Dienstagabend. Die Bezirksregierung war für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.

Laut MVG kam die Entscheidung der Behörde "völlig unerwartet". Die Züge seien zuletzt zuverlässig und ohne Probleme gefahren, "die Fahrzeuge wurden zwischenzeitlich auch nicht verändert", so der MVG-Sprecher. Zusammen mit dem Hersteller Siemens habe man Ende Juli sogar weitere Unterlagen eingereicht, die die Regierung "nachträglich und extrem kurzfristig" angefordert habe. "Dennoch sah sich die Behörde nicht in der Lage, grünes Licht für den Weiterbetrieb zu geben", so die MVG.

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Keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb

"Dafür fehlt uns jedes Verständnis." Auf den laufenden Betrieb habe der vorübergehende Ausfall der acht Züge aber keine Auswirkungen. Wegen der Ferien seien derzeit ohnehin weniger Bahnen im Einsatz.

Zwischen der Bezirksregierung und der MVG hakt es seit Jahren bei der Zulassung von Schienenfahrzeugen. So stehen nach wie vor etwa ein halbes Dutzend Siemens-U-Bahnen der neuesten Generation auf dem Abstellgleis, weil die Zulassung für diese Fahrzeuge fehlt.

Die MVG hatte ursprünglich geplant, die U-Bahnen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 fahren zu lassen. Die MVG wirft der Bezirksregierung vor, einen zu hohen Aufwand für Gutachten und Nachweise zu fordern. Die Aufseher kontern, dies sei nötig, um die Sicherheit zu gewährleisten.

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