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Politik:Mit Reißverschluss in den Kreistag

CSU und Grüne verteilen Listenplätze paritätisch

Die CSU und die Grünen haben im Landkreis München dieses Wochenende das Puzzle der 70 Namen für die Kreistagsliste, wie beide Kreis-Vorstände meinen, bestmöglich gelöst. Wie zu erwarten, führt bei den Christsozialen Landrat Christoph Göbel die Liste an, bei den Grünen steht traditionell eine Frau an erster Stelle, Susanna Tausendfreund, die Bürgermeisterin von Pullach, gefolgt von Christoph Nadler, der zudem mit 95 Prozent der Stimmen zum Landratskandidaten gewählt wurde.

Beide Parteien wollen mit ihrer Liste für die Kommunalwahl die Verjüngung in ihrer Reihen demonstrieren. "Wir haben bewusst junge Leute nach vorne gesetzt", sagte der 63-jährige Nadler und verwies auf den 29-jährigen Philipp Bauer aus Garching, der sich hinter der Unterhachinger Landtagsabgeordneten Claudia Köhler,52, auf Rang vier einreiht. Auch Sabine Pilsinger (Gräfelfing) auf Rang fünf ist erst 30. Derzeit ist die Partei mit elf Kreisräten im Kreistag vertreten, "unser Ziel ist nach oben offen", so Fraktionsvorsitzender Nadler, der auf zwanzig Prozent plus x hofft.

Anders als die Grünen, die in einer fünfstündigen Marathon-Sitzung in München über die ersten 25 Listenplätze einzeln diskutiert und abgestimmt haben, gingen bei der CSU zahlreiche regionale Sitzungen der Aufstellungsversammlung in Aschheim voraus, bei denen die Liste "gezimmert" wurde, wie Kreisvorsitzender Florian Hahn sagte. So habe man eine Verjüngung hinbekommen, Hahn verweist auf zehn Kandidaten unter 35 Jahre. Hinter der bayerischen Sozialministerin Kerstin Schreyer, 48, aus Unterhaching, dem Putzbrunner Bundestagsabgeordneten Hahn, 45, auf den Rängen zwei und drei, folgen zunächst weitere erfahrene Kreispolitiker: Karin Hobmeier, 47, aus Ismaning, Landtagsabgeordneter Ernst Weidenbusch, 56, aus Haar und Ilse Weiß, 67, aus Neuried. Die Plätze acht bis zehn belegt ein Trio der Jungen Union (JU). Derzeit hat die CSU im Kreistag 29 Sitze und stellt den Landrat. Erstmals hat es sich die Partei auferlegt, die Liste nach dem Reißverschlussverfahren aufzustellen, "um vollständige Parität herzustellen", wie Hahn betont. Auf Listenplatz 70 tritt übrigens Franz Josef Strauß an. Der Namensvetter des einstigen Parteivorsitzenden kommt aus Aying und soll mit seinen 33 Jahren auch zur Verjüngung beitragen.