Opernfestspiele:Außerweltliche Liebe

Tristan und Isolde

Jonas Kaufmann und Anja Harteros als Tristan und Isolde.

(Foto: Wilfried Hösl)

"Oper für alle" geht in die nächste Runde: Am letzten Tag der Intendanz von Nikolaus Bachler gibt es "Tristan und Isolde" als Übertragung. In den Hauptrollen der Inszenierung von Krzysztof Warlikowski: Jonas Kaufmann und Anja Harteros.

Von Rita Argauer

Aus Feindschaft wird durch einen Trank Liebe - eine so starke, unausweichliche und außerweltliche, wie sie selbst die an solchen Lieben nicht arme Epoche der Romantik nur selten kennt. Der Welt abhanden kommen und das Ankommen bei sich selbst, nur im jenseits des Lebens, das sind so drastische wie radikale Themen. Schon dieses Libretto macht "Tristan und Isolde" zu einem solch verstörenden und gleichsam ungemein faszinierenden Stück. Dass Richard Wagner musikalisch ebenso an die Grenzen ging, dass er harmonisch den schwankenden Boden der Welt, von der er erzählt, so spiegelt, sorgt für eine geniale Verquickung von Musik und Narration.

Zur Entstehungszeit vom "Tristan" - die Oper wurde 1865 in München uraufgeführt - dürften diese harmonischen Grenzgänge bei einem Publikum, dass weder die Moderne, noch Disharmonien gewohnt war, für Verstörung gesorgt haben. Eine Verstörung, die die Störung der Welt in der Geschichte von "Tristan und Isolde" perfekt nachahmte und emotional erfahrbar machte. Als letzte Premiere seiner Zeit als Intendant hat Nikolaus Bachler das Stück von Krzysztof Warlikowski neuinszenieren lassen.

An seinem allerletzten Tag als Intendant gibt es diesen "Tristan" in der Übertragung auf den Marstallplatz als "Oper für alle". Tags zuvor verabschiedet Bachler sich mit einem fulminant besetzten Konzert. Beinahe alle großen Sängerinnen und Sänger, die während seiner Zeit an der Staatsoper gastierten, treten auf. Darunter Anna Netrebko, Diana Damrau oder Wolfgang Koch.

Oper für alle: Der wendende Punkt, Freitag, 30. Juli, 19 Uhr; Tristan und Isolde, Samstag, 31. Juli, 17 Uhr, Nationaltheater mit Übertragung auf den Marstallplatz, Infos unter www.staatsoper.de

© SZ vom 29.07.2021
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