Onlineplattform:Derbes Scherz-Inserat: Jugendlicher bietet Freund zum Verkauf an

Lesezeit: 1 min

Die Jugendlichen hatten sich den Unfug aus reiner Langeweile ausgedacht. Eine Anzeige gab es dann noch aus einem anderen Grund.

Von Günther Knoll

Da hatten sich zwei Jugendliche einen schlechten Scherz einfallen lassen. Bereits Anfang Januar war eine unbekannte Nutzerin einer Online-Verkaufsplattform im Internet auf ein Inserat gestoßen, in dem ein offensichtlich minderjähriger Junge für mehrere tausend Euro zum Verkauf angeboten wurde. Das meldete die Frau auch bei der Polizei. Obwohl in dem Inseratstext derbe Begriffe "wie "Fehlkauf", "absolut minderwertig" und "wirklich derbe stinkend" verwendet wurden, wollte die Polizei die Ernsthaftigkeit dieses Verkaufsangebots nicht ganz ausschließen und begann deshalb zu ermitteln.

Nachdem schließlich der Inserent, ein 15-jähriger Münchner, ausfindig gemacht worden war, erließ das Amtsgericht München einen Durchsuchungsbeschluss wegen Verleumdung "insbesondere aufgrund der derben Art der Anzeige, des jungen Alters des zu diesem Zeitpunkt unbekannten Geschädigten und der öffentlichen Einsehbarkeit der mit einem Foto versehenen Anzeige", wie es im Polizeibericht heißt. Bei der Vernehmung des Beschuldigten und dessen ebenfalls zwischenzeitlich ermittelten 14-jährigen Freundes, dem "Verkaufsobjekt", stellte sich dann aber schnell heraus, dass sich die beiden da aus reiner Langeweile einen dummen Unfug ausgedacht hatten.

Die beiden Jugendlichen wurden ebenso wie die Eltern von den Beamten eingehend über die Hintergründe solcher "Scherz-Inserate" und die damit verbundenen Gefahren aufgeklärt. Weil aber die Polizei bei der Durchsuchung der elterlichen Wohnung im Zimmer des 15-jährigen Jugendlichen auch noch ein Soft-Nunchaku, ein aus dem fernen Osten stammendes Schlagholz, gefunden wurde, gab es außerdem noch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Was den jungen Mann aber möglicherweise noch härter traf: Auch sein Smartphone wurde beschlagnahmt.

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