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Oktoberfest:Kontrollen und mobile Zäune - München verschärft Sicherheitskonzept für die Wiesn

Oktoberfest

Polizisten auf dem Oktoberfest

(Foto: dpa)

In Spitzenzeiten sollen etwa 450 Ordner auf dem Festgelände für die Sicherheit der Besucher sorgen. Zudem wird der Zaun um die Wiesn kommen.

Von Martin Moser

Die Stadt München hat das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest verschärft. "Die Freude am Feiern lassen wir uns nicht nehmen", sagte der zweite Bürgermeister Josef Schmid. Nach den Anschlägen in Ansbach, Würzburg und des Amoklaufs in München sei es jedoch notwendig geworden, nochmals über die Bedrohungslage auf dem größten Volksfest der Welt nachzudenken. In diesem Jahr werden sich deswegen einige Punkte ändern:

  • Der Zaun um das Festgelände kommt.
  • 450 Ordner sollen Taschen kontrollieren. Größere Rucksäcke und Taschen sind verboten.
  • Bei Überfüllung kann das Gelände abgeriegelt werden.
  • Von der U-Bahn-Station Theresienwiese kommt man nicht mehr direkt auf das Oktoberfest.

Rucksäche und größere Taschen sind auf dem Festgelände verboten. Alles, was mehr als drei Liter fasst, ist nicht mehr erlaubt. Das ganze sei leicht zu überprüfen, sagte Schmid: "Eine Tasche, in die mehr als 3 Milchtüten passen, die ist eigentlich schon groß." Er empfehle, besser alles zuhause zu lassen, was man nicht zum Feiern benötige.

An den Eingängen wird es umfangreiche Kontrollen geben, damit das Rucksack- und Taschenverbot auch durchgesetzt werden könne. Dafür stellt die Stadt zusätzliches Personal bereit. Vergangenes Jahr gab es 250 Ordner. Heuer habe man mit hundert weiteren Ordnern geplant, so Schmid. Man werde aber nochmals circa hundert Menschen mehr einstellen, sodass bis zu 450 Ordner in Spitzenzeiten für die Sicherheit auf der Wiesn sorgen werden.

Um die Kontrollen durchführen zu können, dürfe es keinen offenen Korridor geben, sagte Schmid. Der logische Schritt sei deswegen ein Zaun um das Festgelände. Die 350 Meter lange Hangkante an der Theresienhöhe werde deswegen mit Secufences ausgestattet. Die neun Elemente seinen in 50 Sekunden wieder abgebaut, falls es zu einer Panik kommen sollte. An sieben Stellen soll es zudem 1,20 Meter breite Lücken geben. "Deswegen gibt es keinerlei Grund, Ängste wegen des Zauns zu haben", sagte Schmid. Denn der stelle kein Sicherheitsrisiko da.

Bei den Kinderwägen bleibt es bei den gewohnten Regelungen. Das bisherige Verbot an Samstagen, am Tag der Deutschen Einheit und ab 18 Uhr bleibe bestehen. Das Zentrale Landwirtschaftsfest ist von diesen Kinderwagenverboten ausgenommen.

Auch über den U-Bahnhof Theresienwiese haben sich die Sicherheitsexperten Gedanken gemacht. Ankommende Besucher können nicht mehr direkt auf das Festgelände gelangen, sondern werden zum Eingang am Bavariaring umgeleitet. Wer von der Wiesn wieder abreisen möchte, könne das wie gewohnt tun, sagte Schmid.

Gegen Überfüllung gebe es einen Stufenplan: Etwa an Samstagen werde man sehr frühzeitig warnen. Als zweite Stufe können bei dichtem Gedränge einzelne Eingänge vorübergehend geschlossen werden. Für Reservierungsgäste und Bedienungen gebe es deswegen gesonderte Zugangsmöglichkeiten zum Festgelände: im Westen bei der Bavaria und im Osten bei der Beethovenstraße.

"Die Wiesn wird keine Hochsicherheitszone werden", sagte Schmid. Mit dem Konzept wolle man die Gäste bestmöglich schützen, aber zugleich solle es den Charakter der Wiesn nicht grundsätzlich verändern.

© SZ.de/dpa/mmo

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