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Obikes in München:Contra Obikes: Schlecht gemacht, gut gedacht

Die Firma Obike demonstriert gerade, wie ein Mobilitätswandel nicht funktioniert. Im Prinzip wäre es ja extrem wünschenswert, dass in einer Großstadt wie München immer mehr Autofahrer auf alternative Verkehrsmittel, etwa Fahrräder, umsteigen. Dies wird allerdings nicht gelingen, wenn Unternehmen wie Obike nach dem Billigheimerprinzip und unter Ausnutzung von Regelungslücken ein Leihradchaos produzieren.

In einer Stadt, in der jeder Obststand in der Fußgängerzone nur mit Lizenz seine Äpfel verkaufen darf, regt es Menschen zurecht auf, dass eine Firma aus Singapur mit ihren 7000 Rädern nach Lust und Laune Plätze und Fußwege zustellt. Die ästhetisch und funktional nicht gerade überzeugenden Gefährte landen mitunter im Gebüsch oder stehen unbenutzt im Weg herum. All das macht vielen keine Lust mehr, ein Leihrad auszuprobieren.

Daran kann der Stadt München, deren größtes Problem in Nichtferienzeiten das tägliche Verkehrschaos ist, so gar nicht gelegen sein. Deshalb sollten die Politiker handeln. Bisher vertrat die Stadt den Standpunkt, dass man gegen Obike keine Handhabe habe - weil ein Leihrad-Anbieter, anders als der Obststand-Betreiber, eben keine Lizenz braucht. Aber das ist ja nicht in Stein gemeißelt, sondern es lässt sich ändern. Es mag zwar nicht unbedingt begrüßenswert sein, mit neuen Regularien für Leihrad-Anbieter daherzukommen. Andererseits hilft vermutlich nur das, wenn sich eine richtige und gute Idee wie in diesem Fall ins Gegenteil zu verkehren droht.

Nina Bovensiepen

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