Obikes in München Stören die 7000 Obikes in München - oder nicht?

Die Obikes sind in München sehr umstritten - einige werden gegen die Leihräder sogar handgreiflich.

(Foto: Florian Peljak)

Die eine kann die Aufregung um die Leihräder nicht verstehen und hält die mehr als 700 000 Autos in München für das viel größere Problem. Die andere fordert die Stadt zum Handeln auf.

Ein Pro und Contra von Ingrid Fuchs und Nina Bovensiepen

7000 Fahrräder führen in München gerade zu lautem Geheule: Platzmangel auf den Gehwegen! Optische Verschandelung der Straße! Grau-gelbe Müllberge überall! Schuld sind die Obikes, die man seit einigen Wochen an wirklich jeder Ecke der Stadt ausleihen kann. Das Hauptargument der Genervten und Empörten: Die Räder stören. Wie bitte?

In einer Stadt, in der 700 000 Autos zugelassen sind und noch viele weitere herumstehen, die kein M-Kennzeichen haben, fühlt man sich durch zu viele Fahrräder eingeengt? Und beklagt sich, weil sie Stellplätze wegnehmen? Das ist absurd. Es ist doch sinnvoll, wenn weniger Menschen Auto fahren, damit auch viel weniger Platz auf der Straße brauchen und nicht mehr die Luft verpesten. Dafür braucht es Anreize, etwa die unkomplizierte Möglichkeit, kurze Strecken auch spontan mit dem Rad zurückzulegen. Ein Leihrad-System funktioniert aber nur, wenn es genug Räder gibt. Bis vor Kurzem musste man dafür extra Zeit einplanen: Um überhaupt ein MVG- oder DB-Rad zu finden, um es aus verschachtelten Hinterhöfen zu holen - und am Ende sogar bei der Rückgabe, die manchmal minutenlang dauert.

Keine Frage, das System Obike ist noch verbesserungswürdig; technisch sind die Räder auch nicht unbedingt überzeugend. Aber sie fahren. Wenn eines zickt, muss man nicht lange nach dem nächsten suchen. Platzmangel kann also kein Argument gegen mehr Räder sein. Und wer sich an den auf Haufen geworfenen Obikes stört, möge doch bitte die Leute anmotzen, die das anstellen. Die Räder können nichts dafür.

Ingrid Fuchs