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Obersendling:Neue Wohninseln

Eine Aufwertung des Areals: Auf dem Parkplatz des ehemaligen Siemens-Geländes an der Gmunder Straße soll bald eine neue Wohnsiedlung entstehen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Rahmenplanung sieht in Obersendling mehr Grünflächen vor

Möglichst viele wohnortnahe Arbeitsplätze zu erhalten ist ein erklärtes Ziel der Stadtteilpolitiker im Münchner Südwesten. Die Maxime gilt erst recht, seit sich die Firma Siemens von ihrem Standort Hofmannstraße zurückgezogen und dort Tausende Jobs aufgegeben hat. Entsprechend kritisch sieht man im Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln die fortschreitende Umwandlung ehemaliger Gewerbeareale in Wohngebiete. An dem Trend dürfte sich jedoch wenig ändern. Dies ergibt sich aus einer Rahmenplanung für das Gewerbeband Obersendling, die das Referat für Stadtplanung und Bauordnung jetzt vorgestellt hat.

Die lange Kette der Betriebe, die sich südlich der Boschetsrieder Straße entlang zieht, eröffne Handlungsspielräume "für eine weitere städtebauliche und landschaftsplanerische Entwicklung zur Aufwertung dieses Gebietes", heißt es in einer städtischen Mitteilung. Zu den "wesentlichen Ergebnissen" der Rahmenplanung zählt das Referat "hinzukommende Wohnbebauung", in deren Folge mehr Grün- und Freiflächen sowie neue Spielangebote entstehen könnten. Ein ehemaliges Industriegleis, das die Gegend in Ost-West-Richtung durchzieht, soll zu einem öffentlichen Grünzug mit Fuß- und Radweg umgewidmet werden. Zusätzliche Bäume an weiteren Wegen, Straßen und Plätzen würden so gepflanzt, dass ein "zusammenhängendes Freiraumgerüst" entsteht.

Weitere Ziele der Rahmenplanung für das Gewerbeband Obersendling sind die Entsiegelung und Begrünung von Baugrundstücken sowie Dachbegrünungen und Maßnahmen zur Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser. Aufbauend auf die im Gewerbeband bereits vorhandene kleinteilige Nutzungsmischung zeigt das Papier zusätzliche Möglichkeiten zur künftigen Geländeverwendung auf. Vorgeschlagen werden neue Gebietskategorien, "die durch geschickte Zonierung oder Kombination von Nutzungen auch Wohnanteile oder gewerbliches Wohnen ermöglichen".

Wie so etwas aussehen könnte, wird sich schon bald an der Gmunder Straße zeigen, wo auf dem ehemaligen Siemens-Parkplatz eine Wohnsiedlung entstehen soll. In diesem Fall hat der Bezirksausschuss keine Einwände erhoben, er betrachtet das Projekt vielmehr als Aufwertung der Gegend. Dafür sind die Vorbehalte des Stadtteilgremiums wegen des anhaltenden Gewerbeschwunds an der Tölzer Straße umso größer.