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Obersendling:Kritik an Höhe und Dichte

Von Jürgen Wolfram, Obersendling

Der Bebauungsplan für jenen Bereich im Gewerbeband Obersendling, in dem früher Siemens-Bürobauten und das Katzenberger-Betonwerk die Szenerie dominierten, hat schon reichlich Kritik auf sich gezogen. Bedenken wegen der bevorstehenden Veränderungen an der Machtlfinger Straße, Boschetsrieder Straße und Geisenhausenerstraße äußerte nun auch des Münchner Forum. Ähnlich anderen Skeptikern, moniert der bürgerschaftliche Verein, der sich mit Fragen der Stadtentwicklung beschäftigt, die Höhenentwicklung in dem betreffenden Bereich. Generell berücksichtige die vorgelegte Planung nicht das "sensible Potenzial" des Geländes "im Kontext des Quartiers", heißt es in einer Stellungnahme des Münchner Forums.

Als "gravierendes Problem" haben die Beobachter der Stadtgestaltung jene drei Gebäude von jeweils 80 Metern Höhe ausgemacht, die auch manchem Lokalpolitiker ein Dorn im Auge sind. Sie geben zu bedenken, dass Obersendling ohnehin 50 Meter höher liegt als die Altstadt und diese "topografische Thematik" berücksichtigt werden und in der aktuellen Hochhausstudie ihren Niederschlag finden müsse. Doch dieses Werk sei bisher nicht einmal öffentlich vorgestellt worden. Im Sinne einer "städtebaulich schlüssigen Fortführung" des umliegenden Bestands wären allenfalls 30 bis 40 Meter hohe Gebäude tolerabel, meint das Münchner Forum.

Die geplante Nutzungsstruktur der Brachfläche in Obersendling mit Wohnen, Arbeiten, Hotel/Gastronomie und Grünachse kommt bei den Verfassern der Erklärung an sich gut an. Nur: Wegen der "jeden Maßstab sprengenden Bauformen und der unmäßig hohen Dichte" würde am Ende eine "stressige Enge" produziert, glauben sie. Was wiederum dem Ideal eines "lebendigen, zukunftsfähigen, urbanen Quartiers" widerspreche.

Das Planungskonzept leide ferner darunter, dass die Boschetsrieder Straße nicht als öffentlicher Raum mitentwickelt und dadurch aufgewertet werde. Die Chance, mit "interessanten Erdgeschossen" sowie Flächen für vielfältige Nutzungen einen attraktiven Straßenraum zu schaffen, sei vertan worden.

© SZ vom 25.09.2020

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