Obersendling:Geballte Offensive

Obersendling: Obersendling wächst: Im Umkreis von wenigen hundert Metern sind am Ratzingerplatz gleich drei Schulprojekte im Bau oder in der Planung.

Obersendling wächst: Im Umkreis von wenigen hundert Metern sind am Ratzingerplatz gleich drei Schulprojekte im Bau oder in der Planung.

(Foto: Robert Haas)

Rund um den Ratzingerplatz baut die Stadt drei Schulen - ausnahmslos Großprojekte

Von Jürgen Wolfram, Obersendling

Wer Zweifel hat, ob die Stadt es ernst meint mit ihrer stolz verkündeten Schulbau-Offensive, sollte sich einmal in der Gegend um den Ratzingerplatz in Obersendling umsehen. In einem Umkreis von wenigen hundert Metern sind dort gleich drei Projekte im Bau oder in der forcierten Planung - ein klarer Hinweis auf exorbitantes Bevölkerungswachstum im Viertel. An der Ecke Boschetsrieder Straße/Aidenbachstraße wird gerade eine fünfzügige Grundschule mit Doppel-Sporthalle sowie ein Haus für Kinder mit drei Krippen- und drei Kindergartengruppen hochgezogen. In dem Neubau sollen ferner Räume für die Münchner Volkshochschule und die Städtische Sing- und Musikschule untergebracht werden. Geplante Inbetriebnahme: 2022/2023.

Gewissermaßen in Sichtweite, an der Gmunder Straße, lässt sich beobachten, wie an einem sechszügigen Gymnasium mit Dreifachsporthalle gearbeitet wird. Die Fertigstellung ist laut Referat für Bildung und Sport in diesem Fall für 2023/2024 geplant. Hier wie dort zu besichtigen sind seit Wochen imposante Baustellen. An der Zielstattstraße 72 ist es noch nicht soweit. Aber auch dort kommt ein schulisches Großprojekt planerisch in Gang: eine fünfzügige Grundschule sowie eine fünfzügige Mittelschule, ein Haus für Kinder mit zwei Krippen- sowie zwei Kindergartengruppen, vier "Sporthalleneinheiten" und eine Schulschwimmhalle. Im dritten Bauprogramm der Schulbau-Offensive ist von "mehreren Fertigstellungsabschnitten" die Rede. Die Bestandsbauten sollen abgerissen werden, um Platz für diese ganz neuen Dimensionen der Kinderbetreuung zu schaffen. Doch das großzügige Vorhaben hat einen Preis, der sich nicht allein in Millionen Euro bemisst: Vielmehr ist auch mit dem Schwund eines üppigen Baumbestands zu rechnen, der die Zielstattschule bisher säumt.

Eben diese Aussicht auf Baumverluste "in dreistelliger Zahl" stimmte jetzt den Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen-Obersendling - Forstenried - Fürstenried - Solln nachdenklich. Zwar erkennt das Stadtteilgremium die Bemühungen des Planungsreferats sowie des Bildungsreferats um eine naturschonende Bauweise an; doch mit dem bisherigen Ergebnis dieser Anstrengungen ist man im BA noch nicht restlos zufrieden. Es soll also weitere Gespräche geben. Grundsätzlich begrüßen die Lokalpolitiker aus dem Münchner Süden jedoch einhellig die Pläne für Neubau und Erweiterung der Schule. Am "dringenden Bedarf" gebe es nicht den geringsten Zweifel, betonte Alexander Aichwalder (Grüne), Vorsitzender des BA-Unterausschusses Bau und Planung, unter Zustimmung aller Fraktionen.

© SZ vom 02.11.2020
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