Neuaubing Genervt vom Brummen

Ein sonorer Dauerton führt in Neuaubing zu Beschwerden

Das Brummen, das Stefan Hermann seit etwa drei Wochen in seinem Haus in Neuaubing wahrnimmt, raubt ihm den Nerv. Es ist ein sonorer Ton, "ein Wahnsinnsgeräusch, das wie Wartungsarbeiten" klingt: "Für mich ist das enorm laut. Wenn diese Vibration auf Dauer bleibt, ist das nicht auszuhalten." Sein Sohn hört das Brummen ebenfalls, allerdings etwas leiser. Auch Nachbarn, die 200 bis 300 Meter entfernt wohnen, klagen. Hermanns Ehefrau dagegen scheint gegen den Ton immun zu sein.

Vor zwölf Jahren hat die Familie das Haus an der Neideckstraße gekauft, in einer Gegend, in der es in der Regel "mucksmäuschenstill" ist. Eine echte Oase, wäre da nicht dieses akustische Problem. Hermann arbeitet von Zuhause aus, er entkommt dem Geräusch daher kaum. "Wenn die Dunstabzugshaube läuft", sagt der Neuaubinger, "empfinde ich das inzwischen als richtig schön." Denn das Rauschen des Abzugs übertönt das Brummen.

Woher die Geräuschbelastung kommt, darüber kann Hermann nur spekulieren. Sicher ist: Sein Haus liegt nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt von der nördlichen Bohrstelle der Freihamer Geothermie-Anlage; allerdings fanden die Arbeiten dort Anfang März ihr Ende.

"Dazwischen gab es zwar kurze Pumpversuche, aber auch die sind mittlerweile abgeschlossen", erklärt Stadtwerke-Sprecher Michael Solic, seitdem wird die Anlage abgebaut. Das Brummen, meint Solic, könne von der Reinigung des Bohrgestänges herrühren. Die Stangen werden mit Wasser abgespritzt, und die Bohrfirma habe beim Betreiben des Kompressors nicht auf den Lärmschutz geachtet: "Das wird sich künftig aber ändern." Sollte die Säuberung der Grund für das Brummen gewesen sein, "dann tut es uns sehr leid, dass es zu Belästigungen gekommen ist", entschuldigt sich Solic. Hören die Beschwerden nicht auf, habe der Lärm "nichts mit den Stadtwerken zu tun"