Münchner Stadtteile: Aubing:Geschichte, Daten, Fakten

Aubing

Im dörflichen Alt-Aubing lebt es sich bis heute idyllisch zwischen Brunnen, Kirchturm und viel Grün.

(Foto: Anna Fischhaber)

Einst war Aubing das kirchliche Zentrum im Westen Münchens, gegen die Eingemeindung wehrten sich die Aubinger bis zum Schluss. Heute ist der Stadtteil eine Mischung aus dörflichem Kern, dem etwas tristen Neuaubing und viel Grün.

Anna Fischhaber

"Ubingen" hieß Aubing einst, als es im Jahr 1010 erstmals erwähnt wurde. Damals schenkte Heinrich II. den Ort dem Kloster Polling und die Edlen der Ubingen als Ministerialen der Stiftung Polling ließen sich hier nieder. Ab 1450 wurde Aubing zudem Hofmark des Kloster Ettals - und Sitz des klösterlichen Amtsmannes mit weitreichenden politischen Rechten. Bis ins 19. Jahrhundert galt Aubing als kirchliche Metropole im Münchner Westen. Dennoch hat der Einfluss des Bauernstandes eine lange Tradition hier: Bereits damals wurde der Amtsmann aus Ettal von einem Ausschuss aus vier angesehenen Bauern unterstützt.

Im Jahr 1808 wurde Aubing schließlich zur selbstverwalteten Gemeinde. Bis zur Zwangseingemeindung 1942 galt das Dorf als größte Landgemeinde Bayerns. Das dürfte einer der Hauptgründe für die späte Eingemeindung sein, gegen die sich die Aubinger bis zuletzt wehrten - vor allem da diese nicht im Rahmen der natürlichen Stadterweiterung geschah, sondern auf Drängen der Nationalsozialisten, die die Aubinger Bahnanlagen als Vorfeld eines Pasinger Großbahnhofs nutzen wollten.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts verlief der Bevölkerungszuwachs in Aubing stetig aber langsam. Das Dorfbild veränderte sich bis 1933 kaum, trotz der Nähe zu München bekam man in Aubing von der zunehmenden Urbanisierung nur wenig mit. Erst mit dem Bau der Fischersiedlung im Westen dehnte sich der Ort aus. Einen Hauptteil des Zuzugs fing jedoch Neuaubing auf, das in Folge der Eröffnung der "Centralwerkstätte Aubing" der Bayerischen Staatseisenbahn als Industriegebiet und zweiter Siedlungsschwerpunkt südlich des Dorfkerns entstand. Zwischen 1960 und 1970 schossen hier immer mehr triste Großwohnsiedlungen wie Neuaubing West aus dem Boden, die die Wohnungsnot in München lindern sollten.

Im dörflichen Alt-Aubing lebt es sich dagegen bis heute idyllisch zwischen Brunnen, Kirchturm und viel Grün. Über die Aubinger Lohe oder den Langwieder See, der eigentlich zum benachbarten Langwied gehört, freut sich der ganze Münchner Westen, wenn er sich naherholen will. Allerdings wird auch hier inzwischen eifrig gebaut: In Freiham etwa entsteht neben Gut und Schloss ein gewaltiges Gewerbegebiet mit direktem Anschluss an die A 99. Die Mieten sind bis heute moderat in Aubing, das Stadtzentrum ist einfach zu weit weg. Das merkt man auch beim Kulturangebot, ein Nachtleben existiert praktisch nicht. Vielleicht deshalb fühlen sich vor allem Familien mit Kindern in Aubing so wohl.

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© sueddeutsche.de/bica
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