bedeckt München 19°
vgwortpixel

Münchner Momente:Münchens Aroma? Zarte Linde!

Katharina I. auf dem Dach der Polizeiinspektion 11 in der Altstadt.

(Foto: Catherina Hess)

Die Honigkönigin ist zu Besuch in München. Dabei stellt sich die Frage: Wie schmeckt die Stadt eigentlich?

Wie schmeckt eigentlich München? Was ist die typische Note der bayerischen Landeshauptstadt? Radi, Brezn, Obazda, Weißbier und -wurst wären voreilige Antworten, denn das sind zwar Speisen, die vielen Münchnern schmecken und auch vielen Touristen. Das Aroma der Stadt selbst aber ist in Wahrheit weit weniger deftig. Eine repräsentative Antwort können nur die Millionen Bienen liefern, die im Frühling und Sommer durch das ganze Stadtgebiet geflogen sind und die Aromen aus allen Winkeln zusammengetragen haben. Von den heuer bienenfreundlich bepflanzten Balkonen des Rathauses und von den Isarauen, von den Friedhöfen und aus dem Englischen Garten.

Am Dienstag war die bayerische Honigkönigin zu Gast und hat gekostet. Katharina I., gekürt vom Landesverband der Bayerischen Imker und vom Verband Bayerischer Bienenzüchter. Nur Banausen verwechseln sie mit einer Bienenkönigin, schließlich sind die Aufgaben völlig verschieden: Während die Bienenkönigin den Bienenstock regiert und ihr Volk erhält, ist die Honigkönigin unterwegs als Botschafterin des süßen Geschmacks, trägt auf Volksfesten mit Würde ihre Krone und spricht auf Jubiläen von Imkervereinen Grußworte.

Da die Münchner Polizei seit bald fünf Jahren auch zu diesem Kreis gehört, war es jetzt Zeit für einen Besuch. 2015 wurde der erste Bienenstock auf dem Dach des Präsidiums in der Ettstraße aufgestellt, inzwischen schwärmen Bienen von acht Inspektionen aus. Betreut werden sie von Hobby-Imkern in Uniform, die auch den Honig ernten - natürlich ehrenamtlich und in der Freizeit. Die bayerische Polizei ist also auch beim Drohnen-Einsatz mal wieder Vorreiter.

Erstaunlicherweise ist der Ertrag in der Stadt größer als auf dem Land. 30 bis 40 Kilo Honig sammelt ein Volk in der Saison. Auf dem Land sind es nur 15 bis 20 Kilo, das liegt unter anderem an der intensiven Landwirtschaft. Und wie schmeckt sie nun, die Stadt, in der Bier und Honig fließen? Das hängt immer von der Saison ab und vom Wetter. Eine Grundnote hat München aber: zarte Linde.