Münchens junge Kreative:Diagramm eines Lieblingslieds

Lesezeit: 1 min

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(Foto: Robert Haas)

Wo arbeiten Münchens junge kreative Köpfe? Wir haben sie an ihren Arbeitsplätzen besucht und ihnen über die Schulter geschaut. Heute: Ilinca Fechete.

Von Luca Lang

"Vielleicht bekommst du über die Art, wie ich spreche, ein Gefühl dafür, wie ich arbeite", sagt Ilinca Fechete, 20. Wild gestikulierend. Von einem Punkt zum anderen springend. Zwischen Sätzen ganze Absätze aufmachend. Die in Rumänien geborene Künstlerin studiert Fotografie an der Münchner Kunstakademie und bezeichnet sich selbst trotzdem nicht als Fotografin. Die Fotografie ist nur ihr Ausgangspunkt.

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(Foto: Robert Haas)

Es sei ihr nicht wichtig, etwas Ästhetisches oder Schönes zu schaffen. "Ich interessiere mich vielmehr dafür, was sich zwischen dem Bild und der Welt befindet." Dafür nutzt Ilinca neben der Fotografie verschiedene Arten künstlerischen Ausdrucks - und hinterfragt diese gleichzeitig kritisch, denn "Kunst ist wie Sprache immer Konstruktion".

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(Foto: Robert Haas)

In ihren Diagrammen spielt sie damit, subjektives Empfinden in mathematische Form zu gießen. "Manchmal ist es ein Diagramm von meinem Lieblingslied. Eigentlich subjektiv, und dann sieht das so professionell aus - damit versuche ich, diese Logik aufzubrechen: Schau mal, wie einfach es ist, dass du das glaubst!"

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(Foto: Robert Haas)

Eine fundamentale Wahrheit? Die gibt es für Ilinca nicht. Der Blick auf die Realität geschehe immer durch die Brille der Sprache, sei es in Form des Wortes oder von Kunst. Auch das Foto könne damit nicht die Realität dessen abbilden, was darauf zu sehen ist, sondern repräsentiere vielmehr den Blick der Fotografin.

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(Foto: Robert Haas)

In sehr jungen Jahren hatte Ilinca das Gefühl, der Welt zeigen zu müssen, dass sie eine Daseinsberechtigung hat. Dann hat sie angefangen, zu zeichnen. Sie verwendete ihre ganze Energie darauf. "Ich wollte mich physisch und mental voll damit beschäftigen", sagt sie. Bereits mit 16 begann sie in Kanada, wo sie aufwuchs, Malerei zu studieren. Dort hatte sie auch ihre ersten Berührungspunkte mit der Fotografie.

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(Foto: Robert Haas)

Ihre Arbeit ist von großer Experimentierfreude gekennzeichnet. Sie begibt sich auf Forschungsreisen mit einer befreundeten Physikerin, baut Kameras selbst, spielt bei Ausstellungen mit der Rolle des Publikums. "Inzwischen mache ich das nicht mehr, weil ich irgendwo hinmöchte. Ich habe keine Erwartung von der Zukunft. Ich muss das einfach machen."

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