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Sendling:Entwarnung bei Rinderschlachtern

Keine Überbelegung in Sendlinger Mietunterkunft.

Das Anwesen an der Engelhardstraße 31 - dort wohnen überwiegend osteuropäische Schichtarbeiter, die in der Rinderschlachtung arbeiten - wird laut Behörden korrekt geführt. Bei einem Ortstermin im Dezember wie auch bei einer "Nachschau" Ende Mai habe die Lokalbaukommission (LBK) keine Missstände feststellen können, teilte diese auf Nachfrage mit. "Insbesondere haben sich bei der Besichtigung auch keine Hinweise auf eine Überbelegung der beiden Gebäude ergeben."

Eine Anwohnerin hatte bei der Bürgerversammlung im Herbst die Stadt aufgefordert, das "Männerwohnheim" zu verbieten. Die Fluktuation sei ausgesprochen hoch, es lebten dort bis zu 200 Menschen, viel zu viele für die Gebäude. Nachbarn gaben an, dass die Bewohner bei der Firma Attenberger im Schlachthof beschäftigt seien. Ludwig Attenberger, auch der Eigentümer des Gebäudes, hatte die Vorwürfe dementiert. Er sprach von 70 oder 80 Mietern und betonte, dass sie in einem normalen Mietverhältnis seien. Und nicht alle Bewohner seien Schlachthofmitarbeiter.

Letzteres bestätigt auch die Polizei. Dort lebten nicht ausschließlich Saisonarbeiter, es gebe Mieter, die bereits seit zehn Jahren dort wohnten. Hauptkommissar Robert Rieger beschreibt die Kriminalitätslage an der Engelhardstraße 31 als nicht dramatisch. Allerdings sei die Art der Wohnnutzung für die Anwohner sehr störend. Die Freizeitaktivitäten der Bewohner beschränkten sich vorwiegend aufs Trinken und Feiern. Im Mai war die Fleisch verarbeitende Industrie an verschiedenen Standorten in Deutschland wegen einer besonderen Häufung der Covid-19-Fälle als Corona-Hotspot aufgefallen. Dies wurde vor allem mit den günstigen Übertragungsbedingungen für das Virus in beengten Unterkünften im Zusammenhang gebracht. Die Stadt hat daraufhin die Schlachthof-Mitarbeiter getestet und in der Schweineschlachtung einige Virusträger gefunden. Mitarbeiter der Rinderschlachtung waren - jedenfalls diejenigen, die angetroffen wurden - nicht infiziert.

© SZ vom 16.06.2020

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