bedeckt München 29°

Betrugsmasche:Geldwäsche statt großer Liebe

Eine 23-Jährige ist durch "Love Scam" doppelt betrogen worden: Ein vermeintlicher Flirt nutzte die Frau aus, um Geld aus illegalen Geschäften weiterzuleiten.

Von Martin Bernstein

Das Spiel mit der Liebe zu kriminellen Zwecken ist eine Betrugsmasche, die auch in München immer wieder vorkommt. Einige Dutzend Anzeigen werden jedes Jahr wegen des sogenannten Love Scam in München gestellt, aber das Dunkelfeld ist sehr groß. Oft geht der Schaden in die Hunderttausende. Manchmal aber werden die doppelt betrogenen Frauen auch für illegale Zwecke eingespannt, ohne dass sie es merken.

Einer 23-Jährigen ist das jetzt passiert. Unter ihrem Namen war Geld auf ein verdächtiges Konto in der Türkei überwiesen worden, Finanzermittlungen legten den Verdacht nahe, es könnte sich um Geldwäsche handeln.

Doch die junge Frau war nicht Täterin, sondern Opfer. Über die Dating-Plattform "Badoo" hatte sie einen vermeintlich netten jungen Mann kennengelernt, es kam auch zu Treffen in der realen Welt in München. Dabei bat der Mann die Neuperlacherin, ihn bei einer Geldüberweisung in die Türkei zu unterstützen. Er transferierte einen als Gehaltszahlung deklarierten Geldbetrag auf das Konto der Frau. Die Münchnerin überwies daraufhin diesen Geldbetrag auf ein Konto in der Türkei.

Doch das Geld stammte aus illegalen Geschäften. Der Täter oder einer seiner Komplizen hatte die mehr als 1000 Euro zuvor durch eine andere Betrugsmasche von dem Konto einer 50-jährigen Münchnerin abgehoben. Als die 23-Jährige von der Polizei darüber aufgeklärt wurde, war ihr angeblicher Verehrer mit dem türkischen Vornamen bereits untergetaucht. Das Kommissariat 77 fahndet nun nach ihm (Telefon 089/29100).

© SZ vom 03.04.2020/infu
München bringt's Projekt Teaserbilder Version 2

Aktion "München bringt's"
:Diese Münchner Restaurants beliefern Sie in der Corona-Zeit

Die Gastronomie in Bayern darf wieder öffnen - erst draußen, bald drinnen. Bestellen geht natürlich weiterhin: Auf dieser Karte finden Sie mehr als 700 To-go- und Liefer-Angebote von Restaurants, Bars und Cafés.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite