Kinderbücher:"Ich möchte, dass Kinder uneingeschränkt Fragen stellen dürfen"

Kinderbücher: Claes Lindhardt wohnt seit einigen Monaten in München. Der junge Däne schreibt Kinderbücher und hat sich bei seinen Mitbewohnern schnell den Ruf eines Kümmerers erarbeitet.

Claes Lindhardt wohnt seit einigen Monaten in München. Der junge Däne schreibt Kinderbücher und hat sich bei seinen Mitbewohnern schnell den Ruf eines Kümmerers erarbeitet.

(Foto: Robert Haas)

"Als wir Opa gegessen haben" heißt das erste Kinderbuch von Claes Lindhardt, 23. Es soll Kindern dabei helfen, mit dem Thema Tod umzugehen. Mit seinen Geschichten möchte der Autor einen Raum schaffen, in dem Kinder auch über schwierige Themen nachdenken.

Von Nicole Salowa

Das Entscheidende ist das Schweigen. Folgt erst einmal Stille, ein Moment des Nachdenkens, dann war die Frage gut. Und Fragen sind Claes Lindhardt, 23, wichtig. Die blauen Augen hinter den Brillengläsern weiten sich, die Pupillen wandern von links nach rechts, mustern einen aufmerksam. "Das ist eine spannende Frage", sagt Claes nach einer Weile. Er beugt sich etwas nach vorne, nimmt sich Zeit zum Antworten. Er möchte die Frage danach, wieso es wichtig ist, mit Kindern über den Tod zu sprechen, genau beantworten. In seinem ersten Kinderbuch fragt sich die kleine Vicky: "Wie schmeckt wohl mein Großvater?" Denn ihr Opa hat ihr gerade erklärt, dass er nicht beerdigt, sondern von seiner Familie gegessen werden möchte. Es geht in Claes' Kinderbuch "Als wir Opa gegessen haben" um Tod und den Umgang damit. "Ich möchte, dass Kinder uneingeschränkt nachdenken und Fragen stellen dürfen. Auch zu schwierigen Themen", sagt Claes. Und dafür lohne es sich, auch Tabus zu brechen.

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