Morddrohungen gegen Familie des Amokläufers "Unser Leben in München ist erledigt"

Blumen erinnern an die neun Menschen, die David S. bei seinem Amoklauf erschoss.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Eine Woche nach dem Amoklauf äußert sich der Vater von David S. erstmals zur Tat seines Sohnes.

Gut eine Woche nach dem Amoklauf von München hat sich der Vater des Täters erstmals zu Wort gemeldet und über Morddrohungen gegen ihn berichtet. "Mir geht es schlecht. Wir bekommen Morddrohungen. Meine Frau weint seit einer Woche. Unser Leben in München ist erledigt", sagte Masoud S. der Bild am Sonntag. Der Vater gab an, dass er von den Plänen seines Sohnes keine Ahnung hatte. "Von einer Waffe habe ich nichts gewusst."

Der 18-jährige Deutsch-Iraner David S. hatte am 22. Juli neun Menschen und sich selbst erschossen. Die Pistole hatte er sich offenbar heimlich im Internet besorgt. Sein Vater berichtet nun, dass sein Sohn ihm nie erzählt habe, wie er in der Schule gemobbt wurde. Vor vier Jahren erfuhr er jedoch über einen Mitschüler davon, wie er berichtete. Er habe seinen Sohn von der Schule genommen "und mit der Lehrerin gesprochen", sagte der Vater. Er bestätigte Auskünfte der Ermittler, dass er Mitschüler von David S. angezeigt habe, diese Anzeigen aber ergebnislos verliefen. Keine Angaben machte der Vater darüber, wie es zur Zuspitzung der psychischen Probleme seines Sohnes kam.

Zum Gedenkgottesdienst und zum Trauerakt am Sonntagnachmittag wurde die Familie von David S. nicht eingeladen. "Der Trauerakt gilt den Opfern und deren Familien", sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei der SZ. "Die Gefühle dieser Menschen sind zu respektieren."

David S. und sein Weg in den Amoklauf

Vor der Tat setzt David S. seine Medikamente ab, ändert seinen Namen und fährt nach Winnenden. Doch für die Ermittler bleiben noch einige Fragen offen. Von Martin Bernstein und Susi Wimmer mehr ...