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Moosach:Mädchen an den Ball bringen

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Fußball für alle: Künftig sollen Mädchen auf dem Gelände des FC Olympia Moosach üben.

(Foto: Imago/Science Photo Library)

Förderung für Projekt in Kooperation mit dem FC Olympia

"Mädchen an den Ball!" - überholt und zu einseitig? So zumindest sieht es die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss (BA) und lehnte es ab, das Projekt mit 5000 Euro aus dem BA-Budget zu unterstützen. Man würde Mädchen-Fußball lieber in Vereinen fördern, sagte CSU-Sprecher Florian Wies. Die SPD habe zunächst ähnliche Vorbehalte gehabt, sagte der Jugendbeauftragte Philip Wintermeyer (SPD). Doch es gehe bei dem Projekt nicht nur um Fußball. Schwerpunkt sei, die Präsenz der Mädchen in der Öffentlichkeit zu stärken, sie zu ermutigen, also ein sozialpädagogisch und niederschwellig angelegter Ansatz, wie es die Budget-Beauftragte Johanna Salzhuber (SPD) formulierte.

Der Verein Biku (Bildung & Kultur e. V.) möchte das Trainingsprogramm in Kooperation mit dem FC Olympia Moosach einmal pro Woche bis Ende des Jahres im Stadtbezirk anbieten. Es richtet sich an Mädchen von sechs bis 16 Jahren, aufgeteilt in drei Altersgruppen, frei von Vereinsregularien und kostenlos für die Teilnehmerinnen. Damit will Biku pädagogische und fußballerische Fähigkeiten in individueller und intensiverer Weise wecken als dies in klassisch arbeitenden Vereinen möglich sei. Die Teilhabe an einem traditionellen Männersport soll auch die Emanzipation der Mädchen unterstützen, egal ob mit oder ohne Förderbedarf.

Wenn es allerdings um soziale und pädagogische Komponenten gehe, warum sei das Angebot dann nur auf Mädchen beschränkt, wollte Angelika Bueb (CSU) wissen. Diese Zeiten seien doch mittlerweile längst vorbei. SPD und Grüne widersprachen. Er wünschte, dass diese Zeiten vorbei wären, dem sei aber nicht so, entgegnete Riad el Sabbagh, der zusammen mit Hanna Kammermaier für die SPD-Fraktion spricht. Frauen im Fußball seien nach wie vor unterrepräsentiert. Sylvia Holhut (Grüne), Leiterin des Unterausschusses Jugend, Schule, Soziales und Kultur, bekräftigte, dass solches leider immer noch notwendig sei und in anderen Stadtbezirken erfolgreich laufe. Die Zusammenarbeit mit dem FC Olympia Moosach, der an der Saarlouiser Straße trainiert, erklärte sie damit, dass Biku für das Angebot ein Sportgelände benötige. Der Antrag wurde mehrheitlich befürwortet.

Darüber hinaus machte der BA in der Sitzung einstimmig noch fast 21 000 Euro aus seinem Etat locker - für diverse Schul-, Kultur-, Jugendveranstaltungen und Workshops. Einzig leer ging das Aserbaidschanische Kulturzentrum München aus, das auf fast 1850 Euro für ein Webradio hoffte, für kulturelle Informationen und Neuigkeiten aus der Heimat. Der Antrag verfehle den Zweck einer Förderung aus dem Budget. Die Anschaffung wirke zu wenig in den Stadtbezirk hinein, lautete die Begründung.

© SZ vom 09.03.2021 / anna
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