Mobilität:Elektroroller-Flotte in München soll ausgebaut werden

Mobilität: Seit August 2017 kann man die Elektroroller in München leihen.

Seit August 2017 kann man die Elektroroller in München leihen.

(Foto: Green City)
  • Green City und emmy wollen die Flotte ihrer Elektroroller von derzeit 50 auf 450 erweitern.
  • Die Roller sind eine moderne, elektrisch betriebene Version der alten Schwalbe-Roller aus DDR-Zeiten.
  • Wer zudem über Crowdinvesting in das Modell investiert, kann unter Umständen einer der Leih-E-Schwalben einen Namen geben.

Von Andreas Schubert

Mit einem Elektroroller vor sich hin zu gleiten, hat was: Man verursacht keinen Lärm und bläst keine Abgase in die Luft. Kein Wunder, dass inzwischen rund 2000 Münchner die knallroten Leihroller nutzen, die seit vergangenem August auf Münchens Straßen unterwegs sind. Die Roller sind eine moderne, elektrisch betriebene Version der alten Schwalbe-Roller aus DDR-Zeiten und werden vom Berliner Start-up "emmy" und der Green-City Energy AG im Sharing-Modell angeboten.

Das System funktioniert ähnlich wie beim Motorroller-Anbieter scoo.me oder den Carsharing-Firmen DriveNow und Car2Go: Die Ausleihe erfolgt über eine Smartphone-App. Über diese lassen sich die Roller orten, reservieren und entsperren. In jedem der Fahrzeuge sind im Gepäckfach zwei Helme in zwei unterschiedlichen Größen. Damit sich niemand ekelt, sind dort auch "Hygienehauben" zur einmaligen Benutzung zu finden. Die Registrierung kostet einmalig zehn Euro. Eine Fahrt 19 Cent pro Minute respektive 59 Cent pro Kilometer, wenn man wegen Staus nur langsam vorankommt. Der für die jeweilige Fahrt günstigere Tarif wird automatisch abgerechnet.

Jetzt wollen Green City und emmy die Roller-Flotte von derzeit 50 auf 450 erweitern. Die Finanzierung soll zum Teil über Crowdinvesting erfolgen, also mit finanzieller Unterstützung vieler Kleininvestoren. Unter www.greencity-crowd.de können Interessenten einsteigen und so auch einen Beitrag für saubere Luft und mehr Lebensqualität in der Stadt leisten. Ab 250 Euro hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, für knapp fünf Jahre ein Darlehen zu geben, für das er 3,75 Prozent oder 4,25 Prozent (für Green-City und emmy-Kunden) erhält.

Maximal werden über dieses Crowdinvesting 1,5 Millionen Euro eingeworben, um die 400 neuen Roller auf die Straße zu bringen. Der Zinssatz ist vergleichsweise hoch. Wer nur den Mindestbetrag von 250 Euro investiert, wird mit einem Zinsertrag von nicht einmal 40 Euro zwar nicht reich. Aber wer schnell ist, bekommt eine Art ideellen Bonus: Die ersten 50 Anleger werden "emmy-Pate", das heißt, sie erhalten 50 Freiminuten und dürfen einer E-Schwalbe einen eigenen Namen geben, der dann in der App angezeigt wird.

So ein Roller beschleunigt mit seinen fünfeinhalb PS von null auf 45 Stundenkilometer in fünf Sekunden. Die eingebauten Akkus bieten mehr als 100 Kilometer Reichweite. Die Elektro-Schwalben werden mit 100 Prozent Ökostrom aus den mit erneuerbaren Energien betriebenen Kraftwerken von Green City aufgeladen. Sie sind also auch indirekt wirklich emissionsfrei.

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