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Meine Woche:Vorteile und Schattenseiten

Antonia Cellura
(Foto: privat)

Antonia Cellura, 23, hat ein Jahr in Atlanta, Georgia, verbracht und vom Programm "Azubis in die USA" profitiert.

Kolumne von Gözde Çelik

Vor einem Jahr war Antonia Cellura () noch in Atlanta. In einer für sie bis dahin unbekannten Stadt. Die heute 23-Jährige durfte bei "Azubis in die USA" mitmachen, einem Austauschprogramm der Joachim-Herz-Stiftung, welche sich für die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie natur- und wirtschaftswissenschaftliche Bildung und Forschung einsetzt. Zehn Wochen war die Auszubildende zur Mediengestalterin in Digital und Print in den USA und durfte, neben den zwei Wochen an einem Technical College, weitere acht Wochen ein Praktikum in einer Agentur absolvieren.

Auf diese Zeit blickt sie während ihres Alltags gerade jetzt wieder zurück, findet trotz der Unterschiede beständig Parallelen. So konnte sie schon damals, während ihres Praktikums bei der Agentur, Erfahrungen zum Arbeiten von daheim sammeln. "Es hat sich mehr angefühlt wie ein Zusammenschluss von Freelancern." Denn zu den variablen Arbeitsplätzen sowie dem Nichtvorhandensein fester Arbeitszeiten kamen zwei feste Home-Office-Tage hinzu. "Ich denke, das hat mich schon ein bisschen auf die jetzige Zeit vorbereitet, in der man wegen Corona viel im Home-Office ist und viel flexibler agieren muss."

Das ist auch typisch für Celluras Woche. Nicht nur aufgrund der Pandemie, sondern auch, da sie nun, rund ein Jahr nach ihrem Auslandspraktikum, vor ihrem Abschluss steht. Diesen Mittwoch ist die große theoretische Prüfung, bei der sie ihr gesammeltes Wissen aus den vergangenen Jahren beisammen haben muss. Aber damit ist es nicht getan. Denn kurz darauf wird die Aufgabe für die praktische Arbeit bekannt gegeben, an der sie dann zehn Tage werkeln darf.

Diese Herausforderungen möchte Cellura möglichst gelassen angehen. Schließlich bemerkte sie in Atlanta auch die Vorteile, die sie mit ihrem Bildungsweg im Vergleich zu ihren damaligen Kommilitonen hat. Denn trotz der vergleichsweise hohen Flexibilität in Bezug auf die Kurswahl habe das Studium in den USA auch seine Schattenseiten. "Während sie sich dort ihr halbes Leben lang verschulden, um überhaupt an die Uni gehen zu können, haben wir die Möglichkeit, eine berufliche Ausbildung mit Berufsschule zu machen und dafür auch noch bezahlt zu werden."

All dies sind Erfahrungen und Einblicke, für die sie dankbar ist. Die will sie nun als Botschafterin der Stiftung weitergeben, indem sie andere dazu ermuntert, ebenso den Schritt ins Ausland zu wagen. "Ich bin mir sicher, es gibt für jeden ein Projekt, das zu seiner Situation passt, man muss nur danach suchen."

© SZ vom 15.06.2020

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