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Meine Woche:Rundum weiß-blau

Johann Bachhuber, Vorsitzender des Maibaumverein Berg am Laim am Maibaumzelt am U-Bahnhof Michaelibad
(Foto: Florian Peljak)

Johann Bachhuber kümmert sich in den nächsten Tagen nur um eines: den Laimer Maibaum

Diese Woche wird so richtig voll für Johann Bachhuber (), den Vorsitzenden des Berg am Laimer Maibaumvereins, denn der Stadtteil bekommt das neue Traditionszeichen nicht wie gewohnt am 1. Mai, sondern bereits am Samstag, 28. April. Sie machen das nicht aus Jux und Tollerei früher, sondern weil schon einige andere Vereine am 1. Mai die Hilfe der Münchner Berufsfeuerwehr mit ihren Spezialfahrzeugen wie dem Kranwagen in Anspruch nehmen. "Jetzt ist es halt so", sagt Bachhuber. Und mit Schwaiberln und Manneskraft darf man im beengten München beim Aufstellen aus Sicherheitsgründen nicht agieren. Noch dazu hätte der Maibaumverein gar nicht so viele Junge und Starke in den Reihen seiner 117 Mitglieder.

Der Baum, geklaut und wieder zurückgebracht, wird an diesem Montag wohl schon weiß und blau erstrahlen. Doch die Schilder müssen noch angeschraubt werden: "Ganz exakt, man sieht sonst von unten jede Schlamperei", sagt der 70-jährige Berg am Laimer, ehemaliger Drucker, der den Verein vor 21 Jahren gegründet hat und ihn seitdem leitet. Er wird dabei sein, wenn die alten Schilder im Zelt am U-Bahnhof Michaelibad aufpoliert und die neuen, vom Ramersdorfer Henri Jocher bemalten, angebracht werden - zehn auf jeder Seite.

Auch im Wachkalender findet sich nochmals der Name Bachhuber, außerdem ist es für den Vorsitzenden Ehrensache, dass er vorbeischaut in den Nächten, in denen sich der Bürgerkreis oder die örtliche CSU als Baumwächter angesagt haben. Tagsüber wird er bei den Berg am Laimer Läden Handzettel für die Kunden verteilen, damit auch jeder mitbekommt, dass dieser Baum ein Frühstarter ist. Sicherheitshalber wird er sich bei der Feuerwehr erkundigen, ob am Samstag alles klappt, bei den Musikanten, beim Wirt. Eigenhändig wird er am Tag vor dem Fest das Zelt vom Bürgerkreis abholen und die Bühne, die er aus dem Werksviertel geliehen bekommt.

Am Festtag selbst klingelt um 5 Uhr sein Wecker. Bänke für die bis zu 500 erwarteten Gäste werden am Grünen Markt aufgestellt, Stromkabel gelegt und der Wasserschlauch vom Kirchensaal herüber. Der Baum muss unversehrt auf den Hubwagen geladen werden, und und und: "Ich hab' mich nirgends eingeteilt, weil ich schon weiß, ich muss überall hinlangen." Sein Trachtengwand wartet bis zehn Uhr, wenn's offiziell losgeht, im Pfarrsaal. Wenn er das anhat, wird er sich ein Bier gönnen, ein wenig repräsentieren, aber auch zünftig feiern - ehe abends wieder alles abgebaut werden muss. Am 1. Mai? Hat er nun frei. "Vielleicht geh' ich mal zum DGB auf den Marienplatz."