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Meine Woche:Malen, schmieren schütten, tropfen

München malt - Explosion der Farben

Daniel Eichin

(Foto: oh)

Daniel Eichin organisiert in Hadern eine "Explosion der Farben"

Von Christian Schuster

Daniel Eichin verdient sein Geld mit Malerei. Einige seiner Kunstwerke sind wild und abstrakt, andere feingliedrig und detailliert, etwa Porträts oder Naturmotive. Diese Woche tauscht der Künstler sein Aubinger Atelier gegen das Kulturzentrum in Hadern ein. Aber nicht um Geld zu verdienen: Er organisiert die Projektwoche "München malt - Die Explosion der Farben". Eichin ist überzeugt: "In dieser Ausstellung wird es zwischen Laienkunst und hoher Kunst keinen Unterschied geben." Und nach seiner Meinung werden das am Ende der Woche auch die vielen Münchner so sehen, die mitwirken. Bis zu 500 Menschen darf Eichin die kommenden Tag dabei begleiten, wie sie sich mit Pinsel und Spatel auf Leinwänden kreativ verwirklichen.

"München malt - Die Explosion der Farben" war bereits im vergangenen Jahr im Kulturzentrum Guardini 90 in Hadern zu Gast, davor schon in anderen Stadtteilen. Rund 3000 Münchner haben bisher mitgemacht. "Der Reiz dabei ist die große Freude und Begeisterung der Teilnehmer", erklärt Eichin. Und das unabhängig vom Alter. Kinder aus Kitas und Schulen würden genauso Kunstwerke kreieren wie Polizisten, Mitarbeiter von Nachbarschaftshilfen oder Privatleute. Bei diesem Experiment ist alles erlaubt: schmieren, zeichnen, tropfen, schütten. Was den Leuten eben so in den Sinn kommt. Für Eichin ist so an nur fünf Tagen in einer Woche der Querschnitt eines Stadtviertels ablesbar. Das Wunderbare darüber hinaus sei, dass die Teilnehmer ihre Werke in einer professionellen Ausstellung am Ende der Aktion bewundern können. Ein Selbstporträt eines ganzen Stadtviertels also.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Nicole Hartmann stemmt Daniel Eichin die Projektwoche. Die Besuche von Gruppen müssen schließlich organisiert, Pinsel und Farbe bereitgestellt und Besucher betreut und beraten werden. Die Vorbereitung lief ein knappes Jahr. Dabei unterstützten auch das Kulturreferat, der Bezirksausschuss und Sponsoren die Organisatoren. Denn Leinwände, Farbe und Utensilien müssen auch besorgt werden.

Von diesem Montag, 26. März, an ist das Kulturzentrum Guardini 90 für die Bürger aus Hadern, aber auch darüber hinaus von 9 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr geöffnet. Menschen jeden Alters sind aufgerufen, bei freiem Eintritt Kunstwerke zu gestalten. Gruppen werden um Anmeldung unter Telefon 45 21 64 40 gebeten. Mit der Vernissage am Freitag, 13. April, 19 Uhr, beginnt die Ausstellung der entstandenen Werke, die bis Freitag, 18. Mai, an der Guardinistraße 90 öffentlich zugänglich bleibt.

© SZ vom 26.03.2018

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