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Meine Woche:Ein Helles mit stattlicher Würze

christos skakas

Christos Skakas, sportlicher Leiter beim FC.

(Foto: Privat)

Der FC Neuhadern entwickelt sich zu einer kleinen Bierhochburg des Münchner Westens. Zum 100-jährigen Bestehen brauen die Fußballer 1000 Liter Naturtrübes

Der Münchner wird ja überall auf der Welt zuerst aufs Bier angesprochen, oder auf den Fußball - und erklärt dann gerne und geduldig, dass hier nicht nur die einschlägigen Global Players Identität stiften. Ein paar Nummern kleiner geht es dabei nicht nur in Giesing: In Neuhadern zum Beispiel, ist eine junge Biobrauerei daheim und ein nicht mehr ganz so junger Fußballclub. Dass der FC Neuhadern sein 100-jähriges Bestehen am kommenden Samstag mit den Spezialitäten des erst 2016 gegründeten Haderner Bräu feiert, versteht sich fast von selbst. Die Fußballer von der ersten Herrenmannschaft sind aber einen Schritt weiter gegangen und haben ihr Jubiläumsbier in der Kleinbrauerei an der Großhaderner Straße unter fachkundiger Anleitung selbst gebraut. Seine Freunde seien sofort "Feuer und Flamme" für die Idee gewesen und hätten sich an einem Samstag im Mai geduldig am Sudkessel angestellt, erzählt Christos Skakas, sportlicher Leiter beim FC. Damit beim Schroten, Maischen oder Läutern auch jeder der 17 Brau-Azubis mit Hand anlegen kann, wurde der tagesfüllende Prozess in vier Schichten aufgeteilt.

1000 Liter naturtrübes Helles mit stattlicher Würze und einem Alkoholgehalt von fünf Prozent passen natürlich gut zu 100 Vereinsjahren. Die Menge ergab sich aber eher von selbst aus der technischen Kapazität, so Skakas. Den Termin der Aktion hatte Braumeister Johannes Perniss bestimmt, damit das "Haderner" die erforderlichen sechs Wochen reifen kann. Die verbleibende Wartezeit bis zum großen Tag werden sich Skakas und seine Mitspieler nicht mit allzu viel artverwandten Produkten vertreiben, erst mal heißt es fit bleiben: Der FC Neuhadern feiert seinen hundertsten Geburtstag (beziehungsweise den des FC Viktoria, der 1999 mit dem VfB Laim zum heutigen Verein fusionierte) nicht nur mit selbst gebrautem Bier, sondern auch mit einem Turnier auf der Bezirkssportanlage am Wolkerweg. Da auf den beiden Spielfeldern 8 Vereine aus der Kreisliga in Gruppenphase, Halbfinale und Finale antreten, wird der Tag mit bis zu fünf Spielen für die Finalisten anstrengend. Falls dann noch die Hitze zurück kehrt und sich die erwarteten 200 bis 300 Besucher einfinden, dürfte vom Festbier kaum etwas übrig bleiben. Falls doch, wollen es die FC-ler in Flaschen abfüllen und ein eigenes Etikett kreieren lassen. Für die kommenden Jahre plant der Verein dann einen "Haderner Bräu Cup", zu dem er in der Saison-Sommerpause, abseits vom Punktspielbetrieb, auch höherklassige Vereine einladen will - in die kleine Bier- und Fußballhochburg des Münchner Westens.