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Maxvorstadt:Visuelle Diagnose

Fotografien von Susanne Görtz im temporären "Sandkasten"

Plakatwände sind ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Über Jahrzehnte schmückten sie die Münchner U-Bahnhöfe, priesen Waren und Dienstleistungen an, bis sie durch Displays mit wechselnden Werbebotschaften ersetzt wurden. Die Münchner Fotografin Susanne Görtz hat diesen Prozess mit der Kamera begleitet, hat jene Zeitspanne des Übergangs dokumentiert, als die alten Plakate bereits entfernt und die digitalen Displays noch nicht montiert waren. Zu sehen sind Beton- und Aluplatten, abgeschabte, angemoderte Flächen, an denen zuweilen noch Plakatreste kleben. Mit ihren Fotografien liefert Görtz eine visuelle Diagnose unserer Zeit, in der die mediale Veränderung unseren Blick und unsere Aufmerksamkeit vom Stillstand auf die Bewegung vom Analogen aufs Digitale lenkt. Und doch lässt sich in diesem Bilderkosmos etwas Unveränderliches, jene Zeitenwende Überdauerndes ausmachen. Es sind die farbigen Streifen an den Wänden der U-Bahnhöfe. Unter dem Titel "dis/play" sind die Fotografien von Susanne Görtz nun im temporären Ausstellungsraum "Sandkasten", der ehemaligen Pförtnerloge in den Meisterhöfen, Sandstraße 33, zu sehen. Die Vernissage ist an diesem Freitag, 28. Februar, von 18 bis 20 Uhr. Bis zum 12. April ist die Schau jederzeit über das offene Schaufenster zu besichtigen. Näheres ist zu erfahren unter www.sandkasten-muenchen.de oder www.goertz-fotografie.de.

© SZ vom 28.02.2020 / stz
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