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Maxvorstadt:Belvedere am Schlangen-Brunnen

Tierärztliche Fakultät der LMU in München, 2014

Das Symbol für Asklepios, den antiken Gott der Heilkunde: die Schlange.

(Foto: Stephan Rumpf)

Vor dem Nano-Institut an der Königinstraße, das derzeit gebaut wird, soll durch einen attraktiven Platz samt Freitreppe ein Übergang in den Englischen Garten entstehen

An der Königinstraße haben die Bauarbeiten für das neue Nano-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) begonnen. Südlich des Schlangen-Brunnes vor der Bibliothek für Tiermedizin erstreckt sich ein großes Baufeld, das Gebäude der Tierärztlichen Fakultät ist abgeräumt. Zudem laufen die Vorbereitungen, diesen Grenzbereich zum Englischen Garten völlig neu zu gestalten - mit einem großen Platz als Entree in die Parklandschaft. "Es wird eine deutliche Aufwertung", sagte Ulrich Hering vom Planungsreferat in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Maxvorstadt.

Er war mit einem Vertreter des Staatlichen Bauamtes gekommen, um dem Gremium die Konturen der Planung vorzustellen und sich das Plazet für den Verzicht auf elf Parkplätze zu holen. Die Planer wollen diese abzwacken, um ihr kühnes Konzept in die Tat umzusetzen: Es soll eine öffentlich zugängliche Freifläche entstehen, die in sanften Stufen einen Übergang zum Park schafft. "Langfristig wird dies ein terrassierter Garten mit einem öffentlichen Platz", rekapitulierte Hering die Zielvorgabe, die der Stadtrat bereits wohlwollend zur Kenntnis genommen hat.

Das Nano-Institut ist der erste Baustein für ein auf Jahrzehnte angelegtes Projekt: Die Physik-Fakultät, derzeit noch verstreut auf mehrere Standorte, soll hier zu einem Campus zusammengefasst werden. Auf vier Hektar zwischen Veterinär- und Ohmstraße sollen 50 000 Quadratmeter Nutzfläche realisiert werden. Dafür wird die Tierärztliche Fakultät sukzessive nach Oberschleißheim umziehen. Allein für den Neubau des Nano-Instituts hat der Landtag bereits 26 Millionen Euro freigegeben.

Ein Teil des Geldes fließt in die Neugestaltung dieses Abschnitts der Königinstraße. Dort, am Ende der Schackstraße, entsteht neben dem Brunnen mit der Schlange - dem Symbol für Asklepios, den antiken Gott der Heilkunde - ein eigener Platz, "Belvedere" genannt. Dieser Begriff der Architektursprache bezeichnet einen Ort mit schöner Aussicht, in diesem Fall auf den Englischen Garten. Der Platz werde durch eine größere Freitreppe mit dem unteren Niveau des Campus verbunden, heißt es in einer Stadtratsvorlage. Die Rede ist zudem von einer Öffnung zum Park in Form von "grünen Sitzinseln" zum Schwabinger Bach. Das Fazit des Planungsreferates: "An der Königinstraße entsteht so ein durchaus urbanes Vorfeld, welches sich mit dem Niveau des Campus und des Parks vernetzt."

Behördenemissär Hering gab in der Sitzung erste Details bekannt. So soll mit dem Wegfall der elf Parkplätze der Bereich vor dem Nano-Institutsgebäude von drei auf knapp acht Meter ausgeweitet werden: "Es ist der erste Teil eines langen Bogens, der hier entsteht." Einige Stadtviertelpolitiker zierten sich jedoch, die Parkplätze preiszugeben. Karin Hiersemenzel (FDP) nannte das Gebiet ein dichtes Wohngebiet, in dem die Parkplätze gebraucht würden. Hering versicherte jedoch: Es gebe im Einzugsbereich rund 2000 Stellplätze auf Privatgrund, 844 im öffentlichen Straßenraum: "Da kann man auf elf Parkplätze verzichten." Die Mehrheit des Gremiums entsprach schließlich Herings Appell.

Allerdings steht noch immer die Zustimmung der Stadtgestaltungskommission für die Fassadengestaltung aus. Einige im Gremium sind strikt gegen die geplanten vertikalen Keramik-Stränge. Nach Angaben von Stadtheimatpfleger Gert Goergens gab es kürzlich einen Ortstermin, bei dem einige Gremiumsmitglieder eine Musterfassade begutachtet haben. Diese sei aber nach Goergens Informationen wohl nicht geeignet gewesen, sich ein Urteil zu bilden: "Es bleibt weiter offen."