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Maxvorstadt:Arcisstraße bleibt autodominiert

OB Reiter lehnt es ab, dass Fahrradfahrer dort Vorrang haben

Die Arcisstraße ist eine gut zwei Kilometer lange Tangente zwischen dem Alten Botanischem Garten im Süden und dem Elisabethplatz im Norden, gern genutzt von Fahrradfahrern, um zwischen den Stadtbezirken zu pendeln. Zu einer Fahrradstraße, also einer Straße, auf der die Fahrbahn zum bevorrechtigten Radweg wird, will Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Arcisstraße aber nicht umgewidmet sehen. Das hat der Rathauschef jetzt in einem Brief an die Vorsitzende des Maxvorstädter Bezirksausschusses, Svenja Jarchow (Grüne), klar gemacht, nachdem das Gremium wiederholt eine entsprechende Initiative übermittelt, zudem auch die Bürgerversammlung eine Empfehlung ausgesprochen hatte.

Auf Fahrradstraßen gilt Tempo 30; Autofahrer müssen Fahrradfahrern Vorrang einräumen. Im Stadtgebiet gibt es bisher, Stand Ende 2019, 83 solcher Fahrradstraßen. Reiter referiert in seinem Brief die Einschätzung des Kreisverwaltungsreferats: Demnach sind derlei Umwidmungen nur möglich, wenn die betreffende Straße in der Stunde von nicht mehr als 400 Kraftfahrzeugen frequentiert ist - die Arcisstarße aber in Spitzenzeiten eine höhere Verkehrsbelastung habe. Wesentliche Voraussetzung sei zudem, dass keine baulichen Radwege vorhanden sind, da der Radverkehr auf der Fahrbahn gebündelt werden soll. "Die parallele Vorhaltung von Radwegen im Bereich von Fahrradstraßen würden diesem Sinn widersprechen", referiert Reiter - doch diese gibt es in der Arcisstraße, dazu Radfahrstreifen und Schutzstreifen. Eben dieses Argument war bei der Abstimmung des Antrags im BA vorgebracht, aber nicht beherzigt worden.

© SZ vom 15.10.2020 / smüh

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