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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Komplexe Lokus-Location

Tag der offenen Tür am Gärtnerplatztheater in München, 2017

Akteur in der WC-Kontroverse: Das Gärtnerplatztheater lehnt ein öffentliches Klo im Treppenhaus ab.

(Foto: Robert Haas)

Suche nach Standort für eine feste Toilette am Gärtnerplatz gestaltet sich schwierig

Manch dringende Bedürfnisse aus der Bürgerschaft ploppen immer wieder auf, werden von der Verwaltung über Monate bearbeitet - und scheitern jedes Mal wieder. So ist das auch bei vermeintlich einfach umsetzbaren Dingen wie einer Toilette auf dem Gärtnerplatz, welche die Bürgerversammlung in der Ludwigs- und Isarvorstadt im Jahr 2012 erstmals gefordert hatte, kommt man nicht zu Potte. Seitdem ist das Wunsch-WC jedes Jahr, oft mehrmals, Thema in Versammlungen und Ausschüssen, installiert ist es allerdings noch nicht. Für eine fest installierte Toilette wurde am Gärtnerplatz bisher kein Platz gefunden.

Das Gärtnerplatztheater lehnte es ab, ein öffentliches Klo im Treppenhaus zu integrieren. Auch eine Mitbenutzung der Theatertoiletten erwies sich als nicht möglich. Die Schulleitungen und Elternbeiräte der Schulen am Gärtnerplatz hatten massive Einwände gegen das Örtchen im Umgriff der Schule. Eltern sammelten 200 Unterschriften dagegen. Die Stadtwerke, die an der Corneliusstraße 10 ein Gebäude haben, erhoben Einspruch, weil ein Klohäuschen vor ihrer Tür die erforderlichen Mindestabstände zu Starkstrom- und Fernwärmeleitungen nicht einhalte, wie es hieß.

So gibt es immer wieder Versuche mit mobilen Klohäuschen, die allerdings nur im Sommer - wegen der oft großen Anzahl an Feiernden auf dem Gärtnerplatz - aufgestellt werden. Die missfallen den Anwohnern nicht nur wegen ihres provisorischen Aussehens, sondern auch durch den Gestank, der obendrein nicht von innen kommen soll, sondern sich drumherum ausbreite. Vor allem diejenigen sind entnervt, die direkt daneben oder in einer Etage darüber wohnen oder arbeiten müssen.

In diesem Jahr soll das mobile Klo etwas weiter weg von Gebäuden auf einem Parkplatz aufgebaut werden, direkt neben der Kultur-Litfaßsäule. Der Bezirksausschuss Ludwigs- und Isarvorstadt will heuer noch einen Versuch starten: Die Toilette soll als Kunstprojekt verkleidet werden. Studenten sollen dafür aktiviert werden, schlug Beate Bidjanbeg (SPD) vor. "Wenn die Toilette schöner aussieht, gibt es hoffentlich nicht wieder so viele Wildbiesler rund um das Klohäusl."

Dass es ohne Toilette während der sommerlichen Feiersaison auf dem Gärtnerplatz weder für Besucher noch für Anwohner funktioniert, hat auch das Baureferat erkannt. Mit dem Bezirksausschuss zusammen wolle man demnächst wieder einen Standort für eine feste Toilette prüfen, gab die Behörde zuletzt bekannt.

Am Gärtnerplatz selbst hat man die Suche nach einem Standort allerdings offenbar aufgegeben. Es soll den Angaben zufolge jedoch eine Realisierung in Gehweite, im Bereich der Cornelius- und Müllerstraße, geprüft werden.

© SZ vom 21.02.2020
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