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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Es stinkt weiter

Schlachthof

Geht Beschwerden nach: Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs (rechts) beim Ortstermin.

(Foto: Privat)

Stadt verspricht Abhilfe und Kontrollen am Schlachthof

Das Geruchsproblem auf dem Schlachthofgelände ist trotz anderslautender Beteuerungen des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) noch nicht gelöst. Vergangene Woche gab es wieder Beschwerden von Anwohnern, vor allem an der Nord- und Ostseite des Schlachthofes. Eine Isarvorstädterin sprach von "beißendem Gestank nach Blut, Kot, Tod und Verwesung, trotz Minusgraden" - und das bis nach Mitternacht. Auch breite sich der Gestank jetzt weiter aus. Bislang seien vorwiegend Anwohner entlang der Achse Zenettiplatz und Thalkirchner Straße betroffen gewesen. Ein Spaziergänger monierte, der Gestank habe inzwischen den Südfriedhof erreicht. Neu ist diese Beobachtung allerdings nicht: Im Sommer war die Geruchswolke schon fast bis zum Sendlinger Tor wahrgenommen worden. So beschwerten sich auch Anwohner der Maistraße über massiven und immer wieder auftretenden Geruch.

Diesmal eilte die Gesundheitsreferentin zügig an den Schauplatz. Stephanie Jacobs, die zu Weihnachten bereits ein Ende der Geruchsbelästigung versprochen hatte, verschaffte sich am vergangenen Freitag selbst einen Eindruck. An dem Ortstermin nahmen betroffene Anwohner sowie Vertreter des Bezirksausschusses und der verantwortlichen Anlagenbetreiber teil. Die Referentin wiederholte, was sie bereits vor Weihnachten gesagt hatte: Was als Gestank wahrgenommen werde, sei keinesfalls gesundheitsschädlich. Es seien Gase in Form von Sulfidverbindungen und Ammoniak. Verursacher sei eine Flotationsanlage, die für die Abwasservorbehandlung zuständig sei. Diese war im Frühsommer in der Schweineschlachtung in Betrieb genommen worden, damals gab es bereits die ersten Beschwerden. Für Anfang Februar verspricht Stephanie Jacobs, dass eine stationäre, dauerhafte Abluftreinigungsanlage installiert werde. Derzeit ergreife man noch provisorische Maßnahmen: Der Anlagenbetreiber setze im Abwasserbehälter Wasserstoffperoxid zur Geruchsreduzierung zu. Außerdem sei eine mobile Desinfektionsanlage zur Abluftreinigung eingesetzt und eine Druckluftsprühanlage installiert worden, die Duftstoffe zur Geruchsadsorption zusetzt. Die Umweltreferentin versprach, mit den Anwohnern im Gespräch zu bleiben. "Und wir werden uns regelmäßig ein flächendeckendes Bild von der Emissionssituation und möglichen Geruchsquellen machen."

© SZ vom 28.01.2020

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